Wohnhaus

Marienstraße 14 · Ehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4391
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Marienstraße 14, 50825 Köln
Baujahr1900
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 21.12.1987
Stadtteil Ehrenfeld

Das Gebäude wurde 1900 errichtet. Baukünstlerisch ist das dreigeschossige und dreiachsige o. g. Wohngebäude im Zusammenhang mit dem Nebenhaus Nr. 12 und mit einzelnen anderen Häusern der Straße, die in diesem Abschnitt wahrscheinlich einheitlich geplant und gebaut waren, zu sehen. Der kommende Baureichtum und das Bestreben um Individualisierung der ansonsten eher bescheidenen Wohnhäuser zeigt sich in der auffälligen Absetzung der Eingangsachse durch einen zarten risalitartigen Vorsprung und in der unterschiedlichen Vielfalt der Fassadengestaltung.

An einem niedrigen Betonsockel entfalten sich die grobe plastische Bänderung des Erdgeschosses und die Stuckfassade der oberen Geschosse. Die sich fügsam umbiegenden Linien und Muschelornamente der Stürz- und Brüstungsfelder der Fenster des Hauptgeschosses sowie der Eingangszone deuten den kommenden Jugendstil an. Die stilgerechten Dachgauben schließen die harmonisch wirkende Straßenseite waagerecht ab.

In dem Hausinnern ist eine Holztreppe mit Antrittspfosten und gedrechseltem Geländer erhalten, ebenso einzelne Baudetails aus der Erstbebauungszeit.

Ortsgeschichtlich bedeutend ist das Wohnhaus, da es die Erstbebauung dieses Stadtteils dokumentiert. Durch industrielle Ansiedlungen gewann Ehrenfeld am Ende des 19. Jahrhunderts schnell an Bedeutung und besaß kurzzeitig, bis zur Eingliederung nach Köln, eigene Stadtrechte. Der große Wohnraumbedarf schließt bei diesem schnellen Wachstum des Viertels nicht aus, daß die einzelnen Mietshäuser, voneinander abweichend, reichlich dekoriert waren. Auch das Haus an der Marienstraße beweist die in der Zeit übliche gestalterische Verschiedenheit und den Baureichtum und ist so ein aussagekräftiges geschichtliches Dokument der Erstbebauung des Viertels nach der Eingemeindung Ehrenfelds.

Städtebaulich wirkt die ruhige, aber für die Kommunikation wichtige Verbindungsstraße zwischen den zwei Verkehrsachsen Venloer und Subbelrather Straße bis heute noch relativ einheitlich. Die niedrigen Wohnhäuser bilden eine zusammenhängende Zeile, in der jedes Wohngebäude nach Maß, Form und Material in irgendeiner Weise auf das Benachbarte bezogen ist und so das Erscheinungsbild der Gründerzeit in Kölner Vororten wirksam vermittelt.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0