Wohnhaus

Marienstraße 12 · Ehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7822
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Marienstraße 12, 50825 Köln
Baujahrum 1905
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 21.03.1996
Stadtteil Ehrenfeld

Erbaut um 1905; Fassade: 3 Geschosse, ausgebautes Satteldach (2 erneuerte Gauben); 3 Achsen (Eingang links); Putzfassade mit Stuckgliederung im Jugendstil; EG mit aufgeputzten Lagerfugen und strukturierter Putzoberfläche (Rustika-Imitat);

Betonung des 1.OG durch breite Fenster mit aufwendiger Rahmung (ornamentierte Giebel- und Brüstungsfelder); unterschiedlich strukturierte Putzoberflächen im 1. und 2.OG; Mittelornament in der Drempelzone beschädigt; Fenster/Eingangstür erneuert; Kellerabdeckungen (gestanztes Blech) original.

Rückfront: 3 Achsen; Verputz/Fenster erneuert; 1 erneuerte Gaube.

Innen original: Grundrisse (außer DG); Keller mit preußischen Kappen (verputzt).

Nicht Bestandteil des Denkmals ist der rückwärtige kleine Anbau.

Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns beginnt um die Mitte des 19. Jahrhunderts von der Venloer Straße aus in nördlicher Richtung in Höhe der Philipp- und Leostraße. Bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 gewann Ehrenfeld infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Im Verlauf der daraus resultierenden zügigen Erschließung weiterer Bereiche Ehrenfelds wurden verstärkt Anstrengungen zur Erschließung neuer Wohnbereiche nördlich der Köln-Aachener Bahnlinie unternommen. Erste Ansätze datieren in die frühen 1870er Jahre, und zwar mit einer Baulanderschließung in einseitiger Anbindung an eine Radiale. 1872 legte so der Grundstücks- und Ziegeleibesitzer Julius Harff zunächst die Senefelderstraße als erste Querstraße dieses neuen Wohnbereiches an. Weitere Straßen folgten in den 1870er Jahren (Platen-, Schönstein- und Lessingstraße).

Parallel dazu wurde jeweils abschnittsweise die Marienstraße als Verbindungsstraße inmitten des Wohnviertels angelegt. 1896 war die Entwicklung der Marienstraße mit der Verlängerung bis zur Schönsteinstraße abgeschlossen, die Bebauung wurde fortgesetzt. Straßenbildprägend ist in der Marienstraße der in weiten Teilen Alt-Ehrenfelds vorkommende Typus des 3-Achsen-Hauses (3 Geschosse), zu dem auch das o. g. Objekt gehört. Der relativ klein dimensionierte Bau ist durch eine außerordentlich reich gestaltete Jugendstilfassade charakterisiert. Wesentliche Elemente des Gliederungssystems sind die flächig angelegten Ornamente, die die wesentlichen Bauteile betonen, und die unterschiedlichen Putzoberflächen, deren Struktur eine subtile Wirkung erzeugen.

Als integraler Bestandteil der ursprünglichen Bebauung stellt das o.g. Objekt ein unverzichtbares bauliches Dokument der stadtteilspezifischen Architektur Ehrenfelds dar und ist unbedingt zu erhalten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0