Wohn- u. Geschäftshaus
Platenstraße 11 · Ehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7438 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Platenstraße 11, 50825 Köln |
| Baujahr | 1905 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 16.03.1995 |
| Stadtteil | Ehrenfeld |
Erbaut 1905; Eckhaus zur Marienstraße; 3 Geschosse, ausgebautes Mansarddachgeschoß mit turmartiger Eckbetonung; 3:3 Achsen und abgeschrägte Eckachse; Backsteinfassade (verändert; überstrichen und verfugt) mit ausgesparten Putzflächen als Horizontal- und Vertikalgliederung; beide Straßenfronten einheitlich in erkerartig vorgestufte Außenachsen (mit Treppengiebel und gekoppelten Fenstern) und je zwei durch Putzflächen gerahmte Achsen gegliedert; Eckachsen in der Dachzone durch dreiflügliges Fenster und polygonalen Turmhelm betont; EG verändert (wegen Umnutzung vermauerte Wandöffnungen); Fenster und Eingangstür erneuert; Rückfront: backsteinsichtig; rechter Hand durch dreigeschossigen verputzten Anbau (Kinderzimmer und Bäder), linker Hand durch Terrassenanbau im 1. OG verunklärt; 2. OG links: erneuerter Balkon; original verschieferte Dachgaube mit profiliertem Holzgesims; Fenster erneuert; Innen original: kleeblattförmig ornamentierte Bodenfliesen mit Bordüre (Mäander und Blütenmotiv) im Vorflur und Treppenhaus; Keller mit preußischen Kappen; Kellertür; hölzerne Treppenanlage mit Antritts- und Zwischenpfosten; WC-Türen; Speicher und Dachstuhl; Balkontür 2. OG; Laibung der Wohnungsabschlußtür EG links; hofseitige Anbauten sind nicht Bestandteil des Denkmals.
Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns beginnt um die Mitte des 19. Jahrhunderts von der Venloer Straße aus in nördlicher Richtung in Höhe der Philipp- und Leostraße. Bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 gewann Ehrenfeld infolge zahlreicher in
dustrieller Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Im Verlauf der daraus resultierenden zügigen Erschließung weiterer Bereiche Ehrenfelds wird der südlich der Köln-Aachener Bahnlinie liegende Teil Ehrenfelds zu klein, so daß die Entwicklung nördlich der Bahntrasse vorangetrieben wird. Bereits 1872 hatte der Grundstücks- und Ziegeleibesitzer Julius Harff die Senefelder Straße als erste Querstraße dieses neuen Wohnbereiches angelegt. Es folgte u. a. die Platenstraße und als Querverbindung die Marienstraße. Die Platenstraße wurde nach und nach bebaut, wobei insbesondere der Abschnitt zwischen Venloer und Marienstraße durch die unterschiedlichsten Haustypen geprägt ist und ein heterogenes Erscheinungsbild bietet. Das o. g. Objekt setzt in diesem Zusammenhang einen markanten Akzent im Kreuzungsbereich Marienstraße/Platenstraße, der durch die abgeschrägten Gebäudeecken platzartig erweitert wird. Die turmartige Betonung des Objektes durch die geschlossenen Backsteinflächen und den Turmhelm verleihen dem Gebäude einen von mittelalterlichen Patrizierhäusern abgeleiteten Charakter, der durch die Giebelgestaltung, die ausgesparten Wappenschilde und das Baumaterial unterstrichen wird. Als typisches Beispiel gründerzeitlicher Bebauung mit strenger Fassadengliederung und sparsam eingesetzten Schmuckelementen ist das o. g. Objekt als integraler Bestandteil der ursprünglichen Bebauung der Platenstraße unbedingt zu erhalten.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0