Wohnhaus
Am Südpark 23 · Marienburg
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4507 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Am Südpark 23, 50968 Köln |
| Baujahr | 1900 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 22.03.1988 |
| Stadtteil | Marienburg |
Das Haus Am Südpark 23 ist nach Angaben der Eigentümerin kurz nach 1900 von dem Architekten Butz als eigenes Wohnhaus errichtet worden.
Das 2 1/2-geschossige Bauwerk mit Putzfassade und Bossenmauerwerk im Sockelbereich wird durch seine verwinkelte Bauweise und differenzierte Fassadengliederung geprägt. An der straßenseitigen Hausecke befindet sich ein turmartiger, polygonaler Erker, mit hohem Turmhelm - eine ähnliche Überdachung findet sich auch unter den unterschiedlich gestalteten Gauben, die zur Belichtung des ausgebauten Dachgeschosses mit Walmdach dienen.
Im 1. Obergeschoß springt eine Loggia aus der Fassade zurück. Die hohen Stichbogenfenster erscheinen z. T. zu Gruppen zusammengerückt, durch Säulen mit Würfelkapitell voneinander getrennt und werden zusätzlich durch farbig abgesetzte Blendbögen akzentuiert.
Sohlbankgesimse dienen als vertikale Gliederungselemente. Ein Spitzbogenportal prägt die Gestaltung des höhergelegenen Eingangs an der seitlichen Fassade. Hier ist ein Risalit vorgelagert, an dessen Ecke sich das Standbild einer Madonna befindet.
Die rückwärtige Fassade und die Fensteröffnungen sind z. T. stark verändert, die Kreuzstöcke in den Fenstern fehlen und auch im Inneren ist die ursprüngliche Innenausstattung nicht mehr erhalten.
Das Haus Am Südpark 23 ist in seiner Gesamtkonzeption und der Detailausführung ein Gebäude von großer künstlerischer Qualität. Stilistisch ist die repräsentative Villa dem von Muthesius beeinflußten engl. Landhausstil zuzuordnen, der sich durch differenzierte Gliederung des Baukörpers mit Risalit, Erker und Turmaufsätzen auszeichnet. Gleichzeitig werden traditionelle Schmuckformen, wie die Fenstersäulen mit Würfelkapitell, die der Romanik entlehnt sind, verarbeitet. Das Haus ist trotz Veränderungen unbedingt erhaltenswert, da die umliegenden Häuser zerstört sind und es somit zu den wenigen erhaltenen Bauten aus der frühen Marienburger Bauphase um 1900 am Südpark zählt. Aus o. a. Gründen gilt der Villa auch das besonder Interesse der Bauforschung und Architekturgeschichte der Stadt Köln.
Marienburg zählt durch die Vielzahl seiner im Verhältnis zur übrigen Stadt im Krieg weitgehend verschonten und im originalen Zustand erhaltenen Bauten zu einer der geschlossensten Villenkolonien in Deutschland und einer der im historischen Sinne besterhaltenen Gebiete der Stadt Köln. Seit der Gründung dieses Villenvorortes im späten 19. Jahrhundert haben hier in Marienburg fast ausschließlich nur bedeutende Kölner und auch andere deutsche Architekten Villen und Landhäuser errichtet, wodurch dieser Vorort gleichzeitig eines der architekturhistorisch interessantesten Wohngebiete in Köln und darüber hinaus auch in Deutschland ist.
Das Haus Am Südpark 23 ist als historischer Bau ein wichtiger Bestandteil des baulichen und wegen seiner Gesamtplanung auch städtebaulichen "Ensembles Villenvorort Marienburg". Innerhalb der geschichtlichen Entwicklung Marienburgs ist der Bau u. a. deshalb von besonderem Interesse, weil er in lebendigem Kontrast die Architekturentwicklung vom Historismus zur Moderne dokumentiert. Erst durch die Vielzahl der Stile und Hausformen bei gleichzeitiger Unterordnung unter ein Gesamtbild erhält das architektonische Erscheinungsbild des Vorortes Marienburg seine spezifische Ausprägung.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0