Wohnhaus

Am Südpark 31 · Marienburg

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_2454
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Am Südpark 31, 50968 Köln
Baujahrum 1910
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 12.06.1984
Stadtteil Marienburg

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Marienburg, da es ein wesentliches Element des weitgehend erhaltenen Villenvororts aus dem Beginn des 20. Jh. darstellt. Dieses Ensemble, gelegen auf einem hochwasserfreien Hügel in Stadtnähe, steht nahe den Resten eines römischen Flottenkastells, auf dessen Grundmauern im 18. Jh. eine Windmühle errichtet wurde. Im 19. Jh. wurde auf dem Hügel nach Plänen des Stadtbaumeisters Hermann-Joseph Stübben eine Villenkolonie, benannt nach dem örtlichen Gutshof, angelegt. Bedeutende deutsche Architekten wie Paul Bonatz, Otto March, Herrmann Olbrich und andere haben hier wertvolle und unverzichtbare Beispiele repräsentativen Wohnens zusammen mit den gleichzeitig angelegten Gärten und Parkanlagen geschaffen.

Die vierachsige, zweigeschossige Villa mit hochstehendem Mansarddach wurde ursprünglich als Einzelgebäude um 1910 errichtet. Der originale Zustand, der wohl ehemals im Gartenhaus-Stil gehalten war, wurde erheblich verändert. Im EG blieb vom Portikus nur die linke ionische Säule erhalten, die nunmehr ein kupfergedecktes, leicht geschwungenes Vordach trägt. Unter diesem Dach liegt auch der rechts später vorgebaute Erker. Die Haustür erscheint original; die Fenster wurden völlig erneuert. Die Fassaden sind verputzt. Als einziges Ornament ist eine - wohl aus den 20er Jahren stammende - Stuckverzierung unter der ausladenden Traufkante sichtbar, die im später angebauten Nachbargebäude fortgeführt wurde. Zur Seite weist das Haus ein knappes, schlicht übergiebeltes Risalit auf. Die Gartenfassade wird von einem, wohl der Nachkriegszeit entstammenden, Balkon bestimmt; auch die Fenster entstammen in Art und Umfang dieser Zeit. Im Innern ist von der Originalsubstanz leider wenig zu erkennen, da das Gebäude nach 1945 völlig umgebaut wurde. Evtl. könnten sich unter den abgeschrägten Decken Teile des originalen Stuckdekors befinden. Treppe, Türen und Fenster entstammen dem Umbau. Sehr reizvoll sind die modernen Buntglasfenster mit Flußglaseinlagen im EG und 1. OG, die gute Arbeiten aus den 50er Jahren sein dürften.

Städtebaulich ist die Villa als Teil der einseitigen Bebauung gegenüber dem Südpark in Form und Dimensionierung für die originale Bebauung Marienburgs exemplarisch und unverzichtbar. Seine besondere Bedeutung erhält das Haus aus der Geschichte, da es ursprünglich eines der ersten Bauten hier am Südpark war, inzwischen allerdings durch Umbauten eher dem Stil der 50er Jahre entspricht.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0