Wohn- u. Geschäftshaus

Friesenwall 52 · Altstadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4509
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Friesenwall 52, 50672 Köln
Baujahrum 1885
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 23.03.1988
Stadtteil Altstadt/Nord

Das Wohn- und Geschäftshaus wurde um 1885 errichtet. Baugeschichtlich bezeugt das 4-geschossige, in 5:2 Achsen angelegte Geschäfts- und Mietshaus an der Ecke zur Ehrenstraße den für die Gründungszeit Kölns so typischen spätklassizistischen Wohnbaustil. Die abgeschrägte Ecke leitet den symmetrisch in zwei Straßenfronten ausstrahlenden waagerechten Rhythmus ein. Die drei parallelen Brüstungsgesimse, die den Ausgleich zu den Fensterachsen betonten, sind durch das stark gekröpfte Kranzgesims abgeschlossen. Die einfachen Mansarddachaufbauten des Dachgeschosses, gedacht als die Bekrönung der unteren Fensterreihen, stören diese einfache Harmonie in keiner Weise. Der Einfachheit der schlichten Backsteinfassade entspricht ein zurückhaltendes Dekor, das für die erste Welle der Kölner Neubauten der 80er Jahre in seinem funkionellen Rationalismus charakteristisch ist.

Die schöne Eingangstür mit zusammengesetzter Fensterverglasung des Oberlichts führt in das mit Kasetteneinlagen dekorierte Vestibül ein. Die mit Holzgeländer ausgestatteten Treppen sind in ihrer mit Eisenleisten geschmückten Form besonders im Kellerbereich zu bewundern. Die gekonnte originelle Backsteintechnologie bei der Überbrückung der Gewölbebindungen und andere gestalterische Details sind an den einfachen Hofbauten des Hintertraktes besser zu sehen als an der oft umgebauten Hofseite. Die meisten Fenster im Hoftrakt sind in ihrer ursprünglichen Rahmengliederung erhalten.

Ortsgeschichtlich ist das o. g. Objekt Zeugnis des nach 1881 ausgeführten urbanistischen Neubau Kölns, der in seinen Auswirkungen auch das Gebiet der Altstadt erfaßte. Wie die Benennung des Viertels andeutet, war der umliegende Rayon im Früh- und Hochmittelalter durch die Aktivitäten der friesischen Tuch- und Fischhändler gekennzeichnet. Im Laufe der Jahrhunderte wurde aus der noch römisch als "porta Frisea" oder "inter Frisiones" bezeichneten Gegend westlich der älteren Stadtmauern und direkt an den preußischen Befestigungen eine Altstadtgasse mit besonderem kölschen Flair. Beim Ausbau der prallel laufenden Ringstraße war am Ende des 19. Jahrhunderts schließlich auch der Friesenwall zur ruhigeren Wohngegend umgestaltet.

Städtebaulich setzt das monumentale Wohnhaus den entsprechenden Akzent auf beide anliegenden Straßenachsen, wobei besonders der Eingangstrakt links am Friesenwall in seiner Wirkung auf die Nachbarschaft maßgebend ist. Sowohl zum Friesenwall als auch zur Ehrenstraße leitet das oben beschriebene Wohnhaus ein kompaktes, anschauliches und gut erhaltenes Straßenensemble ein.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0