Wohn- u. Geschäftshaus

Friesenwall 56 · Altstadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_3657
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Friesenwall 56, 50672 Köln
Baujahr1911
Architekt / PlanungF. Rechmann
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 10.07.1986
Stadtteil Altstadt/Nord

Das 1911 inschriftlich vom Architekten F. Rechmann errichtete Wohn- und Geschäfsthaus imitiert sehr genau in der zweiachsigen, viereinhalbgeschossigen Fassade Vorbilder norddeutscher bzw. niederländischer Bauten des Frühbarocks. Diese Architekturkopie wird in der Stuckfassade sehr genau mit dem barocken Oberlicht über dem Eingang, den gequaderten Lisenen an den Gebäudeseiten und dem Volutengiebel mit klassizistischer Giebelbekrönung hergestellt. Auch die Abmessung der hohen, original erhaltenen Fenster entsprechen diesem Vorbild, während im Innern der ursprüngliche Ausbau bis auf den Terrazzoboden im Eingang und die Terrazzotreppe weitgehend verloren ging. original ist noch der überwiegende Teil der Innentüren. die große Toreinfahrt erschließt auf der Erdgeschoßebene im rückwärtigen Teil des Hauses eine vollständig überbaute Gewerbefläche, die über das Nachbargebäude Nr. 54 bis hin zum Geschäft Ehrenstr. 86 reicht. Hier scheinen im Besitz des Erben des Objektes Teile der rückwärtigen Grundstücke Ecke Friesenwall/Ehrenstraße zu sein. (Die laufenden Umbauten sind noch nicht abgeschlossen.)

Das Haus Friesenwall 56 ist bedeutend für die Menschen der Kölner Altstadt, da es mit seiner Fassade aus dem ausgehenden Historismus an die Geschichte der Rheinischen Großstadt erinnert. Der Friesenwall, nahe an der ehemaligen Stadtmauer gelegen, ist erst spät innerhalb des alten Mauerberings bebaut worden und hat bis heute einen Großteil seiner historischen Bebauung aus der Zeit zwischen 1880 und 1910 erhalten können. Exemplarisch ist die Schmalheit der Straße und der Bauparzellen, die die hohe Einwohnerzahl der Altstadt von 1880 dokumentiert.

Städtebaulich ist das obige Objekt unverzichtbar, da es ein Teil der aus dem Historismus stammenden Bebauung des Friesenwalls bildet. Als genaue Kopie historischer Bauformen ist es von kunstgeschichtlichem Interesse.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0