Wohnhaus
Siemensstraße 56 · Ehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4543 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Siemensstraße 56, 50825 Köln |
| Baujahr | 1910 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 24.03.1988 |
| Stadtteil | Ehrenfeld |
Das Einfamilienhaus wurde 1910 errichtet. Baukünstlerisch stellt das 2-geschossige, in zwei Fensterachsen asymmetrisch angelegte Wohnhaus, ehemals mit komplettem Giebelgeschoß versehen, einen in der Gegend ungewöhnlichen, frühen Versuch einer selbständigen Bauweise dar. Statt auf Aufwendigkeit der Fassade und auf übliche historische Zitate zu setzen, versucht das niedrige, übersichtlich und intim aufgefaßte Gebäude, sich auf die Aussagekraft der rein rhythmischen Gestaltung zu verlassen. Der rotundenartige leichte Vorsprung der rechten Risalitachse mit drei hohen und schmalen Sprossenfenstern steht aussagekräftig der zusammengezogenen Eingangsachse gegenüber. An den grob bassierten Sockel, der auch in den Vorgartenpfeilern resoniert, entfaltet sich die Rauhputzfassade mit minimaler Beschmückung (geometrische Einschnitte in den Brüstungsfeldern) des 1. Obergeschosses. Der zerstörte Hauskern wurde in den 50er Jahren neu gestaltet, wobei die Holzverkleidung der Wände, die Treppenführung und andere gestalterische Eingriffe den ursprünglichen Zustand respektierten und in Bezug auf die Innenarchitektur der Nachkriegszeit heute schon denkmalpflegerisch erhaltenswert sind.
Ortsgeschichtlich ist das o. g. Objekt als Teil eines noch gut erhaltenen Stadtensembles bedeutend für die Geschichte Neuehrenfelds, da es die Erstbebauung dieses Viertels anschaulich belegt. Das Viertel wurde von Ehrenfeld aus, das selbst 1879 die Stadtrechte erhielt, gegründet, wobei es vom Norden her (Landmannstraße, Lenauplatz usw.) und vom Süden her (Ottostraße, Eichendorffstraße) erschlossen wurde. Backsteinkirchen im neogotischen Stil, so St. Anna in der Ottostraße, St. Peter am Simarplatz bildeten Beziehungspunkte der Wohnansiedlung. Die Siemensstraße war als Straßenzug von Reiheneigenheimen von der Gemeinnützigen Wohnungsgenossenschaft Ehrenfeld einheitlich erstellt worden. Ihre städtebauliche Gestaltung mit der leicht geschwungenen Straßenführung, den Torbögen und Platzerweiterungen ist aus dem Bestreben nach einer in der Zeit vorherrschenden anheimelnden Atmosphäre zu verstehen.
Städtebaulich ist das o. g. Wohnhaus Teil einer geschlossenen Zeile von Gebäuden aus der Zeit der Jahrhundertwende. Die Häuser sind nach Maß, Form und Material aufeinander bezogen. Das Phänomen des Stilwandels zur Moderne ist hier so nicht als Bruch in die historische Einheit des modernen urbanen Straßencharakters zu werten.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0