Wohnhaus
Siemensstraße 50 · Neuehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6985 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Siemensstraße 50, 50825 Köln |
| Baujahr | 1910 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 03.12.1993 |
| Stadtteil | Neuehrenfeld |
Erbaut 1910, 2 Geschosse, Sockelgeschoß und ausgebautes Dachgeschoß, 3 Achsen; Putzfassade mit Stuckgliederungen in Anklängen an den Jugendstil; mittiger Standerker auf rechteckigem Grundriß mit aufgesetztem Balkon (Brüstung verändert) im DG, mittiger Knickgiebel flankiert von 2 Gauben (unterschiedlicher Größe), Mansarddach (Mansardfläche ursprünglich mit Biberschwanzeindeckung). Hauseingang auf der rechten Seitenachse, orig. Haustür (Oberlicht erneuert); orig. Fenster. Rückfront: 2-3 Geschosse und Sockelgeschoß, zweifarbige Backsteinfassade mit Gliederungen (im EG z. T. später verputzt, im OG z. T. geschlämmt), 3 Balkone (im EG später überdacht) und Terrasse (Treppe zum Garten mit neuerem Geländer); Fenster bzw. Fenstertüren größtenteils original. Im Inneren original erhalten: im Eingangs- und Treppenhausbereich Fliesenboden, Marmorstufen, Holztreppe mit gedrechseltem Geländer, Wohnungstüren; in den Wohnungen Dekkenstuck sowie Zimmertüren und Beschläge. Bestandteile des Denkmals sind auch der Vorgarten (Eingang neu gepflastert) mit dem Einfriedungsgitter sowie der rückwärtige Garten.
Der Stadtteil Neuehrenfeld wurde ab der Jahrhundertwende als eine Art Stadterweiterung von Ehrenfeld aus erschlossen. Die Siemensstraße wurde auf Initiative des Stadtverordneten Franz Zilkens nach der Jahrhundertwende als Verbindungs- straße zwischen Subbelrather- und Nußbaumer Straße angelegt und im wesentlichen um 1910 bebaut. Das o. g. Objekt ist integraler Bestandteil des stadtauswärtigen Abschnitts zwischen Eichendorff- und Nußbaumer Straße, der ein nur wenig verändertes Erscheinungsbild präsentiert, bestehend aus individuell gestalteten 2- bis 3geschossigen und vielfach paarweise aufeinander bezogenen Reihenhäusern mit Vorgärten. Der reduzierte Schmuckaufwand ist dabei nicht etwa Zeichen für eine finanzschwache Erstbewohnerschaft, sondern spiegelt vielmehr die um diese Zeit bei gutsituierten Bauherren aufkommende Vorliebe für schlichter und strenger wirkende Formen wider. Das in Stilformen des Jugendstil gestaltete o. g. Wohnhaus hebt sich von den anderen Häusern dieser Reihe vor allem durch seinen (nahezu) mittig gesetzten Knickgiebel ab. Als Hinweis auf die sozialgeschichtliche und architektonische Entwicklung Ehrenfelds sowie als Beleg für die Gestaltungsvielfalt der stadtteilspezifischen Architektur Anfang des 20. Jahrhunderts wird das Gebäude - vor allem auch im Hinblick auf o. g. Ensemble - zum unverzichtbaren Objekt.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0