Wohn- u. Geschäftshaus
Gladbacher Straße 15 · Neustadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6849 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Gladbacher Straße 15, 50672 Köln |
| Baujahr | 1900 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 08.06.1993 |
| Stadtteil | Neustadt/Nord |
Erbaut 1900 (inschr. dat.), 4 Geschosse und ausgebautes Dachgeschoß, 3 Achsen, Stuckfassade mit Dekorationsformen in Anklängen an die Gotik, linke Achse hervorgehoben mit 3geschossigem Erker mit abgeschrägten Ecken und aufgesetztem Balkon (DG) sowie Ziergiebel, Satteldach (mit Schiefereindeckung), z. T. originale Gauben; EG mit 2 Ladenlokalen verändert (Natursteinverkleidung, Türen und Fenster verändert), Hauseingang auf der Mittelachse; Haustür original (mit Bleiverglasung im Oberlicht, Fenster original.
Rückfront mit Seitenhaus in Backstein; ein neuerer Balkon.
Im Inneren original erhalten: im Eingangsbereich 2farbiger Marmorboden, spätere Wandverkleidung mit Natursteinplatten, Deckenstuck, Stützbogen; im Treppenhausbereich (und auf den Etagen) Terrazzoboden, Holztreppe (Stufen mit Linoleum abgedeckt) mit gedrechseltem Holzgeländer, Antritts- und Zwischenpfosten; Wohnungstüren, Zimmertüren und Stuckreste in den Wohnungen.
Die von H. J. Stübben geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Den alten Wallstraßen folgend legt sie sich, mit der Ringstraße als Kernstück, halbkreisförmig um die Altstadt. Die Gladbacher Straße, die vor der Stadterweiterung alte Ausfallstraße und Teil der Subbelrather Straße war, begrenzt das mit der Anlage der Neustadt ab 1881 entstandene sogenannte "Westend", ein sich westlich der Ringe zwischen Gladbacher und Zülpicher Straße ausdehnendes gutbürgerliches Wohnviertel mit vornehmen Mietshäusern von meist reicher Fassadengestaltung. Sie wurde zum Teil um 1890, zum Teil erst um 1900 bebaut. O. g. Wohn- und Geschäftshaus ist integraler Bestandteil eines gemeinsam mit seinen etwa zeitgleich errichteten Nachbarhäusern (Nr. 13 und 17 bis 23) gebildeten Ensembles. Das schmale, 3achsige Gebäude hebt sich durch seine detailreich gestaltete Stuckfassade in Stilanklängen an die Neugotik hervor. Dabei ist die linke Achse durch einen über 3 Geschosse geführten Erker mit aufgesetztem Balkon und den Ziergiebel besonders akzentuiert worden. Als Beleg für die Gestaltungsvielfalt der viertelspezifischen Architektur um die Jahrhundertwende wird das o. g. Wohn- und Geschäftshaus - vor allem auch im Hinblick auf o. g. Ensemble - zum unverzichtbaren Objekt, das den ursprünglichen Charakter der Straße und des Viertels bewahrt.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0