Wohnhaus

Holbeinstraße 36 · Nippes

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4586
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Holbeinstraße 36, 50733 Köln
Baujahr1890
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 10.05.1988
Stadtteil Nippes

Das Wohnhaus wurde 1890 gebaut. Baukünstlerisch ist das 3-stöckige Wohnhaus mit komplettem Sockelgeschoß und vier Achsen in seiner Symmetrie-Anlage, ein Zeugnis der letzten Welle des Kölner Spätklassizsmus. Die antiken Pilastereinschnitte im Erdgeschoß sind durch die flachen Balustraden in den Brüstungsfeldern des 1. Obergeschoß, sowie durch die Tympanon - und hochplastische Bekrönung der Fenster, weiter verfolgt. Die paarweise geführten Brüstungsgesimse und das abschließende Kranzgesims, sowie andere Gestaltungselemente der einheitlichen Klinkerfassade, nicht anders als die Fensterrahmungen des oberen Geschosses sind dann aber schon ziemlich vereinfacht. Ebenfalls die Eingangszone ist hier (im Unterschied zum Haus Nr. 38) mehr funktionell angelegt und mit Fliesenbelag gestaltet. Die Holztreppe mit hohem Antrittspfosten und gedrechseltem Geländer, die geschnitzten Türrahmungen und Stuckdecken im 1. Obergeschoß und einzelne Fenster in der ursprünglichen Teilung und Durchführung, stammen aus der Erstbebauungszeit.

Ortsgeschichtlich ist das o. g. Bauobjekt wichtig, weil es die Erstbebauung des nördlichen Vorortes von Köln belegt. Das ehemalige Bauerndorf vor den Toren der Stadt, berühmt durch sein Korn, seinen Kappes und sein Bier, erlebte in der Mitte der 70er Jahre des 19. Jahrhunderts den großen Durchbruch als günstiger Industriestandort, verkehrstechnisch erschlossen, mit billigem Bauland und ohne Beeinträchtigung durch vorhandene Bebauungspläne. Nach der Eingemeindung 1888 zog der Bau von neuen Straßen, Schulen, Abwässerkanälen und Wasserleitungen auch neue Investoren an. Die Bevölkerungsentwicklung die im Laufe des 19. Jahrhunderts stagnierte, hat sich im Laufe der 20er Jahre mehr als verdoppelt (1890: 16.210, 1900: 27.054, 1910: 41.162). Die Holbeinstraße ist eine der ersten rasterförmig angelegten Wohnachsen von Nippes, die ihren Charakter als Wegführung bewahrte.

Städtebaulich schließt sich das beschriebene Bauobjekt direkt an das Nachbarhaus Nr. 38, in weiterem dann an die Häuserzeile von Nummern 28 - 34, bzw. 20 - 22, an. Die zusammenhängende Fassadenzeile bewahrt das geschichtliche Erscheinungsbild der Straße und seiner unmittelbaren Umgebung.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0