Wohnhaus

Wittgensteinstraße 26 · Lindenthal

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4595
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Wittgensteinstraße 26, 50931 Köln
Baujahrum 1900
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 10.05.1988
Stadtteil Lindenthal

Das Gebäude wurde um 1900 errichtet. Baugeschichtlich bedeutend ist das 2-geschossige, 3-achsige Traufenhaus aus gelbem Backstein mit roten Gliederungen als Beispiel der niederrheinischen Backsteinarchitektur um die Jahrhundertwende und als Typ des sogenannten Kölner Dreifensterhauses. Die im Binderverband gemauerte Fassade wird gegliedert durch ein doppeltes Stockwerkgesims mit tief liegenden, farbig abgesetzten Brüstungsfeldern und ein doppeltes Traufgesims mit (Klotz)fries-artigen Backsteinverbänden. Die stichbogigen Fensteröffnungen weisen in Farbe und Form je Stockwerk verschiedenartig gemauerte Fensterstürze mit Abschlußgesims auf.

Der auf der rechten Außenachse liegende Eingang mit seiner historischen Holztür und geformten Metallschutzgittern sowie die originalen Fenster mit geschnitztem Kapitell vervollkommnen die ästhetische Einheit der Fassade, die als konstruktiver Teil des Hauskerns Proportion, Geschoßgliederung und Höhe des Gebäudes veranschaulicht. Im Innern des Hauses ist an originalen Ausstattungsteilen eine Holztreppe und ein gedrechseltes Geländer mit Antrittspfosten erhalten.

Ortsgeschichtlich bedeutend ist das Wohnhaus, da es die Geschichte der Entwicklung dieses Stadtteils außerhalb des Stadtkerns bzw. der späteren preußischen Umwallung (der Gürtel) dokumentiert. Lindenthal wurde 1846 als neues Siedlungsgebiet vorwiegend für Kölner Bürger von Köln aus gegründet, wobei hier bereits um das sog. Krieler Dömchen (der Kath. Kirche St. Stefan) eine dörfliche Ansiedlung vorgefunden wurde.

Um die Jahrhundertwende, parallel zu der Bebauung mit großen Villen in parkähnlich angelegten Gärten längs des neuangelegten Stadtwaldgürtels, setzte sich auch hier der allgemeine Trend durch, Wohnhäuser straßenzugsweise zu errichten.

Die Wittgensteinstraße zeigt in ihrem Denkmalbestand die typische Bebauung zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit mehrstökkigen Drei- und Vierfensterhäusern, wie sie aus der Kölner Innenstadt her bekannt sind, und vor allem für die Bebauung Ehrenfelds als typisch gelten können. Die rechtwinklig an eine Radialstraße angelegte Wittgensteinstraße schließt mit einer Kirche (St. Stephan) an der Stirnseite ab (wie z. B. auch die Wahlen- und Körnerstraße in Ehrenfeld).

Städtebaulich aussagefähig ist das o. g. Objekt als eines der wenigen gut erhaltenen Denkmäler der Wittgensteinstraße. Mit dem Haus Nr. 24 bildet es ein Gebäudeensemble, das - in sichtbezogener Verbindung zu dem Turm von St. Stephan sowie den anderen historischen Bauten der Straße - Wirken und Wandel geschichtlicher Prozesse anschaulich und rekonstruierbar macht.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0