Hofanlage Pilgrimshof
St.-Tönnis-Straße 32 · Worringen
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_0736 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Hofanlage Pilgrimshof |
| Adresse | St.-Tönnis-Straße 32, 50769 Köln |
| Baujahr | 18. Jahrhundert |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 20.07.1981 |
| Stadtteil | Worringen |
Pilgramshof, 1721/22 gleichzeitig mit Groß- und Dickerhof im Komplex einheitlich als Vierkanthof erbaut. Ursprünglich backsteinsichtig.
Herrenhaus (südlicher Flügel): 1721 erbaut, zwei Geschosse, sechs Achsen, Putzfassade mit Stuckgliederung um 1905, Walmdach mit kleinen Dachhäuschen (originaler Dachstuhl). Neue Haustüre in barocker Gliederung, Holzfenster mit Sprossierung (Ende 19. Jahrhundert), Blechschürzen für die Rolläden (um 1905). Doppelläufige Freitreppe mit Eisengitter.
Im Inneren original erhalten: Diele zur Hofseite mit "Kölner Decke", Holztreppe zum Teil erneuert, Dielenfußboden (EG), Zimmertüren (1920er Jahre), Gewölbekeller, Kellertreppe.
Rückseite: Backsteinsichtiger Anbau (Anfang 20. Jahrhundert), Wasserpumpe.
An westlicher Giebelwand des Herrenhauses angegliederte Torbogendurchfahrt und zweigeschossiges Stallgebäude. Torbogen mit Bogenquaderung, Ankersplinten, Balkendecke, zweiflügeligem Brettertor.
Ehemaliger Pferdestall: 1721 erbaut, zum Teil Brandschaden 1876, zwei Geschosse, Backsteingebäude, geschlämmt, Ornamentanker, Satteldach mit originalem Dachstuhl.
Im Inneren original erhalten: Preußische Kappendecke, Giebelwand mit Lehmgefache, Pferdetröge.
Ehemaliger Pferdestall (westlicher Flügel): 1721 erbaut, Brandschaden 1876, ursprünglich eingeschossig, später aufgestockt, Backstein geschlämmt, neue Tür- und Toröffnungen.
Ehemaliger Kuhstall und Scheune (nördlicher Flügel): 1721, Brandschaden 1876, geschlämmte Backsteinfassade, gestuftes Traufgesims mit Klotzfries, Torbögen mit S-Anker und Ankersplinten, zweiflügeliges Brettertor, Vordach auf Backsteinmauer (19. Jahrhundert), Satteldach.
Rückseite: Gesprosste Bogenfenster (19. Jahrhundert).
Ehemaliger Schweinestall (östlicher Flügel): 1721 erbaut, Brandschaden 1876, ursprünglich eingeschossig, später aufgestockt, geschlämmte Backsteinfassade, Satteldach, neue Fensteröffnungen, Ankersplinte.
Im Inneren preußische Kappendecke, Holztore bzw. -türen.
Ehemaliges Backhaus: Traufständig, backsteinsichtig, ein Geschoß, Satteldach, S-Anker, Traufgesims.
Kopfsteinpflasterung im Hof.
Hausgarten an Ostseite des Hofs mit Backsteinmauer, Tordurchfahrt mit Pfeiler (Kugelabschluß).
Worringen zählt aufgrund seiner bedeutenden Historie und seiner fast kleinstädtischen Struktur - ehemals mit einem System aus "Stadttoren", Wällen und Gräben umwehrt sowie beherrscht von dominanten Burganlagen - zu den interessantesten Kölner Dörfern. Die ursprüngliche Struktur des Orts ist weitgehend noch erhalten und durch zahlreiche, teilweise bis ins Mittelalter zurückgehende Bauten ablesbar. Zur Geschichtlichkeit des Orts und seiner städtebaulichen Entwicklung gehört auch obiges Gehöft, dessen Herrenhaus und die angeschlossenen Stallgebäude im Kern noch aus dem 18. Jahrhundert stammen. Der Pilgramshof gehört zu dem etwas außerhalb des eigentlichen Dorfkerns gelegenen Ensemble von drei Großhöfen (Dickerhof und Großhof), das heute einen wesentlichen und schützenswerten Ortsbereich von Worringen darstellt. Die Ursprünge des Pilgramshofs gehen bis in das Mittelalter zurück. Erstmals erwähnt wird er 1287, als die Grafen von Jülich diesen Vogthof an das Domkapitel verkauften. Unmittelbar nach dem Großbrand von 1721 waren der Pilgrams-, Dicker- und Großhof außerhalb Altworringens - aus Kostengründen direkt nebeneinander liegend - wieder aufgebaut worden. 1786 fielen Teile des Pilgramshofs wiederum einem Brand zum Opfer, wobei jedoch das Herrenhaus, das angrenzende Stallgebäude und die Grundmauern der übrigen Wirtschaftsgebäude erhalten blieben. Letztere wurden in zum Teil veränderter Form wieder aufgebaut. Aus dieser Zeit stammen vermutlich auch die preußischen Kappendecken.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0