Wohn- u. Geschäftshaus

Engelbertstraße 63 · Neustadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4664
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Engelbertstraße 63, 50674 Köln
Baujahrum 1890 bis 1895
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 29.06.1988
Stadtteil Neustadt/Süd

Das Gebäude wurde um 1890 bis 95 errichtet. Baugeschichtlich bedeutend ist das 4-geschossige, 3-achsige Traufenhaus als Beispiel einer Bauweise mit Stilanklängen aus der Neorenaissance sowie als Typ des sogenannten Kölner Dreifensterhauses. Die Fassade wird gegliedert durch Gurtgesims, Fenstersohlbankgesims mit Konsolen sowie ein Traufgesims mit Klotzfries, außerdem Fugenschnittstrukturierung (1. Obergeschoß) und Putzbänderung (2. und 3. Obergeschoß). Die Fensteröffnungen sind profiliert gerähmt und mit geraden Konsolgesimsverdachungen und Konsolornamentik der Fensterbänke (2. OG) verziert.

Das 1. Obergeschoß weist sich durch seine aufwendige Gestaltung - zwei Rundbogenbekrönungen in eine, auf der rechten, etwas abgerückten Achse liegenden Giebelbekrönung mit Konsolen und Maskenstuck sowie rechteckig gerahmten Brüstungsfeldern mit Blattornamentik - als sogenannte Belétage aus.

Insgesamt verdeutlicht die Fassade als konstruktiver Teil des Hauskerns Proportion, Geschoßgliederung und Höhe des Gebäudes.

Im Innern des Gebäudes ist an originalen Ausstattungsteilen ein inkrustierter Terrazzoboden mit Mosaikkanten, eine Holztreppe mit gedrechseltem Geländer und Antrittspfosten (besch.), große Flurfenster sowie einige Wohnungstürabschlüsse erhalten.

Ortsgeschichtlich bedeutend ist das Wohn- und Geschäftshaus, da es die Erstbebauung des westlichen Gebietes des ehemaligen Rayonsgeländes und somit die Entstehungsgeschichte der Kölner Neustadt belegt. Die Bebauung nach dem von J. Stübben und K. Henrici 1881 erstellten Erweiterungsplan erfolgte in mehreren Phasen und ließ zwischen dem Maritiuswall und den preußischen Befestigungsanlagen ein Netz von Straßen mit jeweils unterschiedlicher urbanistischer Bestimmung entstehen. In der Engelbertstraße, einer Parallelstraße zum Hohenstaufenring und im sogenannten "Westend" der Neustadt gelegen, entstanden neben Geschäfts- und Gewerbeeinrichtungen hauptsächlich Wohnungen für Bürger mit mittleren bis gehobenen Ansprüchen.

Städebaulich bedeutend ist das Objekt als Bestandteil eines Gebäudeensembles (z. B. Nr. 55, 57, 65), das das ehemalige Erscheinungsbild der Engelbertstraße anschaulich und rekonstruierbar macht.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0