Wohn- u. Geschäftshaus

Engelbertstraße 55 · Neustadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4745
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Engelbertstraße 55, 50674 Köln
Baujahrum 1900
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 25.11.1988
Stadtteil Neustadt/Süd

Erbaut um 1900, Neugotik, 5 Geschosse, 3 Achsen, Mittelerker mit Balkonaufbau, Gesimsgliederungen, vielfältige Fensterformen und Rahmungen, originale Fenster. 3 kleine Dachgauben, Rückfront aus Backstein, Risalit, Veranda, Balkongeländer, originale Fenster, Seitenhaus.

Veränderungen: EG und 1. OG, Haustür.

Innenausstattung: Wandfliesen mit Formabschluß, Fliesenfußboden, Terrazzodifferenzstufen, 2-farbiger Terrazzofußboden, Terrazzotreppe mit schmiedeeisernem Geländer und Holzhandlauf, Kellertür, 2 Wohnungstürabschlüsse (5. OG), z. T. Zimmertüren.

Baugeschichtlich bedeutend ist das 5-geschossige, 3-achsige Traufenhaus mit Erker und Balkon als Beispiel einer Bauweise mit vorwiegend neugotischen Stilelementen.

Die Fassade ist bis zum 1. Obergeschoß ihr Dekor genommen, lediglich die architektonische Grundform sowie die originale Fensterteilung ist erhalten. Darüber erhebt sich die originale Fassade in reicher Stuckverzierung und Formenvielfalt. Die Gliederung erfolgt durch einfache und doppelte Gesimse sowie ein Traufgesims mit Klötzchen und vier Löwenmasken, die jeweils den Abschluß einer kleinen, dreieckförmigen, mit Chimäre und Basis verzierten Lisene bilden. die Fensterformen und ihre Rahmung sind äußerst vielfältig (gerade, bogen- und kielförmig) und teilweise mit gemauerten Kreuzstöcken konzipiert, wobei die Kämpfer im 4. Obergeschoß bogenförmig angelegt sind.

Die Fenster des 2. und 3. Geschosses sind durch, sich in den Stürzen kreuzende Dienste gerahmt, die in den Außenachsen zwei Stockwerke zusammenfassen. Die Mitte der Fassade wird durch den Erker mit Drillingsfenstergebilden in der Vorderfront sowie einem Bogenfries (mit Maskenstuck) betont (s. auch über den beiden Außenachsen des 4. Obergeschosses).

Die Korbbogenfensteröffnung des 4. Obergeschosses ist durch eine mittig gesetzte Konsole mit plastisch ausgearbeiteter Frauenmaske mit dem Traufgesims verbunden. Die Fenster sind auch im oberen Fassadenbereich noch im Original vorhanden.

Trotz der Veränderung des unteren Fassadenbereiches (EG + 1. OG) veranschaulicht die Fassade als konstruktiver Teil des Hauskerns Proportion, Geschoßgliederung und Höhe des Gebäudes.

Ortsgeschichtlich bedeutend ist das Wohn- udn Geschäftshaus, da es die Erstbebauung des westlichen Gebietes des ehemaligen Rayonsgeländes und somit die Entstehungsgeschichte der Kölner Neustadt belegt. Die Bebauung nach dem von J. Stübben und K. Henrici 1881 erstellten Erweiterungsplan erfolgte in mehreren Phasen und ließ zwischen dem Mauritiuswall und den preußischen Befestigungsanlagen ein Netz von Straßen mit jeweils unterschiedlicher urbanistischer Bestimmung entstehen. In der Engelbertstraße, einer Parallelstraße zum Hohenstaufenring und im sogenannten "Westend" der Neustadt gelegen, entstanden neben Geschäfts- und Gewerbeeinrichtungen hauptsächlich Wohnungen für Bürger mit mittleren bis gehobenen Ansprüchen.

Städtebaulich bedeutend ist das Objekt als Bestandteil eines Gebäudeensembles, (s. a. 57, 63, 65), das das ehemalige Erscheinungsbild der Engelbertstraße anschaulich dokumentiert.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0