Wohnhaus
Tiefentalstraße 16 · Mülheim
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4672 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Tiefentalstraße 16, 51063 Köln |
| Baujahr | Jahrhundert bis Wende 1890 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 04.07.1988 |
| Stadtteil | Mülheim |
Das um die Jahrhundertwende erbaute Mietgeschoßgebäude besitzt eine schlichte viergeschossige Backsteinfassade des ausgehenden Historismus. Das stuckierte Erdgeschoß mit horizontalen Fugenschnitten wurde früher gewerblich genutzt, das Schaufenster im Hochparterre wurde jedoch entfernt. Auch die breite Toreinfahrt mit erneuertem Holztor ist Beweis dieser gewerblichen Nutzung, die auch noch heute im hinteren Teil des Grundstückes in einer eingeschossigen Halle festgestellt wurde.
Das gründerzeitliche Anwesen dokumentiert mit tiefem Vorderhaus und Hinterhaus auf gleicher Ebene die intensive Grundstücksausnutzung jener Zeit. Der hochgelegene Eingang (neue Haustür) erschließt einen langen schmalen Flur, der auf eine Holztreppe mit Holzgeländer zuführt. In diesem Bereich hat sich noch der Terrazzoboden erhalten. Teilweise sind noch originale Eingangs- und Zimmertüren angetroffen worden.
Das Haus Tiefentalstr. 16 ist bedeutend für die Geschichte des Stadtteils Mülheim, der 1914 in die Stadt Köln eingemeindet wurde. Die ehemalige Kreishauptstadt eines nordöstlich Kölns gelegenen Landkreises wurde bereits 1098 urkundlich erwähnt und stieg unter den bergischen Grafen bald zu einer sogenannten "Freiheit" auf. Die weitere Entwicklung, insbesondere die Umwallung, wurde von der freien Reichsstadt Köln gewaltsam verhindert. Deshalb gewann Mülheim erst im 18. Jahrhundert aufgrund der freieren Religionsausübung im Bergischen einige Bedeutung, als die Seidenfabrikation unter der Familie Andreae sich entwickelte und es Anschluß an die wirtschaftliche Entwicklung außerhalb Kölns fand. Im 19. Jahrhundert siedelten sich, gefördert durch den Bau von Eisenbahnen und Straßen, bedeutende Industrieunternehmungen auf dem Stadtgebiet an, so daß das kleinmaßstäbliche Straßengeviert der Altstadt sich schnell zu weitreichenden gründerzeitlichen Vorstadtbereichen ausdehnte. Die Tiefentalstraße ist eine um 1900 erschlossene Wohnstraße im Norden Mülheims in der Nähe der ehemaligen Hacketäuer-Kasernen.
Städtebaulich ist das Gebäude Teil der noch vorhandenen Restbebauung der durch die Industrialisierung im Norden Mülheims geförderten Arbeiterhäuser, deren einfache und wirtschaftliche Bauweise es dokumentiert.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0