Wohn- u. Geschäftshaus
Tiefentalstraße 18 · Mülheim
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7234 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Tiefentalstraße 18, 51063 Köln |
| Baujahr | um 1895 bis 1900 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 07.10.1994 |
| Stadtteil | Mülheim |
Um 1895 - 1900 erbaut; 4 Geschosse und ausgebautes Dachgeschoß; EG verändert; 3 Achsen; Putzfassade mit Stuckgliederungen in stilistischen Anklängen an die Renaissance; Haustür und Fenster erneuert. Rückseite: backsteinsichtig; rechte Achse mit Aborten risalitartig vortretend, teilweise später erweitert über deren ehemaligen, balkonartigen Zutrittsplattformen; Hoftür und Fenster erneuert; rechts Backsteinmauer, links zweigeschossiger Anbau (1 Geschoß und Souterrain, Nutzung im Zusammenhang mit ehemaligem Laden im Vorderhaus-EG), Backstein (gestrichen), Fenster teilweise original, teilweise aus den 30er Jahren, innen einzelne gußeiserne Stützen im Souterrain, teilweise Zimmertüren. Im Inneren original: Holztreppe (neu belegt) mit Antrittspfosten, gedrechseltenm Geländer und hölzernem Handlauf wandseitig; Kellertür und hölzerne Kellertreppe mit gedrechseltem Geländer.
Die im Mittelalter entstandene Ortschaft Mülheim gehörte bis zur französischen Besetzung 1795 zur Grafschaft bzw. dem Herzogtum Berg, kam 1815 zur preußischen Rheinprovinz und wurde 1914 nach Köln eingemeindet. Seit 1870 entwickelte sich die Kleinstadt Mülheim rasch zur großindustriell geprägten Mittelstadt, nachdem u. a. durch die Anlage von Eisenbahnlinien 1845 bzw. 1856-74 die Ansiedlung von Industriebetrieben am Rande des historischen Ortskerns begünstigt worden war. Der Bevölkerungszuwachs infolge des wirtschaftlichen Aufschwungs führte zur Bebauung ehemals freien Geländes mit Wohnbauten. Zu dieser gründerzeitlichen Stadterweiterung Mülheims gehört auch der Bereich Berliner Straße, Schützenhof-, von-Sparr- und Hacketäuerstraße. Dort entstand ein in seiner Geschlossenheit noch heute wirkungsvolles Ensemble schlichter, zumeist viergeschossiger Mietstockwerkhäuser. Die Tiefentalstraße, früher Talstraße, ist benannt nach dem tief gelegenen Überschwemmungsgebiet des Faulbachtales, das hier ursprünglich verlief. Die ersten Häuser entstanden seit der Mitte des 19. Jahrhunderts im Zuge der Eisenbahn- und Straßenerschließung der nördlichen Umgebung des alten Mülheim. Das o. g. Objekt charakterisiert im Hinblick auf die älteren und wesentlich niedrigeren Häuser aus der frühen Bebauungsphase der Straße eine jüngere Stufe der architektonischen Entwicklung. Das gegen die Jahrhundertwende errichtete Gebäude ist trotz seines veränderten Erdgeschosses deshalb für das historische Erscheinungsbild der Straße unverzichtbar und unbedingt zu erhalten.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0