Wohnhaus
Tiefentalstraße 28 · Mülheim
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7107 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Tiefentalstraße 28, 51063 Köln |
| Baujahr | um 1850 bis 1860 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 07.04.1994 |
| Stadtteil | Mülheim |
Um 1850/60 erbaut; 2 Geschosse; 3 Achsen, Hauseingang auf der linken Seite verschiebt ein EG-Fenster nach rechts; Putzfassade mit Stuckgliederungen in stilistischen Anklängen an den Klassizismus, neue Sockelverkleidung mit Natursteinplatten; stichbogige Tür- und Fensteröffnungen; Haustür und Fenster erneuert. Rückseite: neue Putzfassade; Fenster erneuert; späterer eingeschossiger Anbau ist nicht Bestandteil des Denkmals. Im Inneren original erhalten: Holztreppe mit Geländer und Antrittspfosten; Wohnungsgrundriß; stichbogiger Durchgang zum Anbau (ehemaliger Hofzugang); Türen erneuert.
Die im Mittelalter entstandene Ortschaft Mülheim gehörte bis zur französischen Besetzung 1795 zur Grafschaft bzw. dem Herzogtum Berg, kam 1815 zur preußischen Rheinprovinz und wurde 1914 nach Köln eingemeindet. Seit 1870 entwickelte sich die Kleinstadt Mülheim rasch zur großindustriell geprägten Mittelstadt, nachdem u. a. durch die Anlage von Eisenbahnlinien 1845 bzw. 1856-74 die Ansiedlung von Industriebetrieben am Rande des historischen Ortskerns begünstigt worden war. Der Bevölkerungszuwachs infolge des wirtschaftlichen Aufschwungs führte zur Bebauung ehemals freien Geländes mit Wohnbauten. Zu dieser gründerzeitlichen Stadterweiterung Mülheims gehört auch der Bereich Berliner Straße, Schützenhof-, von-Sparr- und Hacketäuerstraße. Dort entstand ein in seiner Geschlossenheit noch heute wirkungsvolles Ensemble schlichter, zumeist viergeschossiger Mietstockwerkhäuser. Die Tiefentalstraße, früher Talstraße, ist benannt nach dem tief gelegenen Überschwemmungsgebiet des Faulbachtales, das hier ursprünglich verlief. Die ersten Häuser entstanden seit der Mitte des 19. Jahrhunderts im Zuge der Eisenbahn- und Straßenerschließung der nördlichen Umgebung des alten Mülheim. Das Haus Tiefentalstr. 28 ist unverzichtbarer, integraler Bestandteil der noch aus dieser frühen Zeit geschlossen erhaltenen Gruppe aus den drei Häusern Nr. 28 - 32, für die niedrige Bauweise und schlichte Fassadengestaltung mit sparsamem Dekor in Betonung der Horizontalen charakteristisch sind. Sie vertreten einen noch ländlichen Bautypus, der von Einflüssen städtischer Wohnkultur geprägt ist. Die als Einfamilienhäuser konzipierten, zweigeschossigen Dreifensterhäuser sind nur noch in sehr wenigen Beispielen in den ehemals ländlichen Gegenden des heutigen Kölner Stadtgebietes erhalten geblieben und sind besonders in dem o. g. gründerzeitlichen Arbeiterviertel Mülheims Dokumente der frühen Bebauung von hohem Seltenheitswert.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0