Wohn- u. Geschäftshaus
Taunusstraße 1 · Humboldt/Gremberg
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4735 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Taunusstraße 1, 51105 Köln |
| Baujahr | um 1914 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 18.11.1988 |
| Stadtteil | Humboldt/Gremberg |
Um 1914 errichteter 4-geschossiger Wohnblock an der Ecke Gießener Straße 4. Geschoß als zurückgesetztes Dachgeschoß ausgeführt. Putz und Stuckfassade. Zur Taunusstraße 7 Achsen, teilweise in 2 oder 3 Fenster aufgeteilt, in der Mitte Halbrunderker, in den Obergeschossen jeweils rechts und links davon flacher, relativ breiter Erker mit hohem, leicht abgeknickten Schmuckgiebel. Rosettenartige Schmuckelemente und lisenenartige Doppelbänder als Erkerschmuck. Zur Gießener Straße ähnliche Ansicht mit Erker. Läden im Erdgeschoß verändert. Im Eingang jeweils Fliesenboden und Wandverfliesung. Terrazzotreppen. Türen erneuert.
Der um 1914 errichtete umfangreiche Wohnblock an der Ecke zur Gießener Straße besitzt eine 3-geschossige Stuckfassade mit zusätzlich voll ausgebautem Dachgeschoß, das nur durch ein schmales Zwischendach von den Hauptgeschossen getrennt ist. Der mit Großwohnungen für gehobene Ansprüche des Bürgertums ausgestattete zweihüftige Block weist zur Taunusstraße hin 7 teilweise in 2 oder 3 Fenster aufgeteilte Achsen auf, die sich fast symmetrisch beidseitig eines in einer leichten Abknickung liegenden Halbrunderkers organisieren. Akzentuiert werden diese Gebäudefronten in den Obergeschossen durch je einen flach vorgesetzten, relativ breiten Erker, der über der Dachzone in einem hohen, leicht abgeknickten Giebel ausläuft. Diese Erker sind mit lisenenartigen Doppelbändern geschmückt, in deren Mitte sich rosettenartige Schmuckelemente befinden. Die Stuckierung der zurückliegenden Fassadenteile ist in ähnlich starker Betonung der Senkrechten ausgeführt.
Das Erdgeschoß wird durchgehend als Ladenzone genutzt, wobei leider die teilweise noch in den 60er Jahren vorhandenen originalen Sprossenoberlichter und Schaufenbster verlorengingen. Auch die Fenster sowie die Haustüre zur Lahnstraße wurden erneuert, während 1988 noch die originalen Fenster zur Gießener Straße angetroffen wurden. Die 4-achsige Fassade zur Gießener Straße wiederholt den Formenkanon der Hauptansicht, wobei ebenfalls ein breiter Erker mit hohem Giebeldach diese Ansicht betont.
Im Innern zeigt das konservativ noch vom Hofe her belichtete Treppenhaus die etwa ab 1910 üblichen Terrazzotreppenläufe mit Holzgeländer, auch die originalen, hier schon fabrikationsmäßig einfach versperrten Wohnungstüren wurden angetroffen. Im Eingang schmückt die Wand eine farbliche Verfliesung aus der Erbauungszeit. Auch der Fußboden ist gefliest.
Die mit dem Amt Deutz 1888 in die Stadt Köln eingemeindete Vorstadt verdankt, wie das benachbarte Kalk, ihre Entstehung der explosionsartigen Bevölkerungsvermehrung im Zusammenhang mit der Industriealisierung des Rheinlandes gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Das Gebiet wurde - wie der Name schon aussagt - im Bereich des Grem- (oder Grafen) Berges von Werksangehörigen der Firma Humboldt-Deutz besiedelt, die südlich der Kalker Hauptstraße ihre umfangreichen Werksanlagen noch heute unterhält.
Der überwiegende Teil der Vorkriegsbebauung stammt aus der Zeit nach 1900 und spiegelt schon - betreut von Werksarchitekten der Maschinenbaufirma - die anspruchsvollere Wohnqualität für eine sozial fortgeschrittene Arbeiterschaft wider.
Da eine dörfliche Entwicklung fehlt, ist noch heute eine fast durchgängige 3- bis 4-geschossige Stadtbebauung vorhanden, wozu auch das o. g. Eckgebäude zu rechnen ist.
Städtebaulich ist das Objekt Teil der relativ einheitlich aus der Zeit erhaltenen Taunusstraße. Es ist schützenswert, weil es eine besondere Dominante als Eckgebäude im Straßenraum bildet und die typischen Baumerkmale der Zeit in relativ ausgeprägter Form darstellt.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0