Wohn- u. Geschäftshaus
Lindenstraße 17 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4737 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Lindenstraße 17, 50674 Köln |
| Baujahr | um 1895 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 22.11.1988 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
Erbaut um 1895, Neorenaissance, 4 Geschosse, Souterrain, 6 Achsen, 2-achsiger Mittelerker mit Balkonaufbau, Stuckfassade, horizontale Gesimsgliederungen, reich verzierte, unterschiedlich gestaltete Geschosse, originale Fenster, Portalbetonung mit originaler Haustür, Toreinfahrt mit gefliestem Bodenbelag. Rückfront mit Balkongeländer; Innenhof mit Seitenhaus, Mauer und parallel zum Vorderhaus gelegenem Hinterhaus (alles in Backstein), zum großen Teil originale Fenster. Innenausstattung Vorderhaus: hoher Eingangsbereich mit Marmorfußbodenbelag, Marmortreppe mit Holzhandlauf und schmiedeeisernen Halterungen, Kassettenwandstuck mit Relieftondi, breiter stichbogiger Stützbogen mit seitlichen Pilastern, rote Kunststeintreppe mit schmiedeeisernem Geländer und Holzhandlauf, Kellertreppe mit seitlicher Holztäfelung, Kellertür, Fliesen und Stuckkehlen auf den Podesten, Wohnungstürabschlüsse im EG und 4. OG, in den Wohnungen Zimmertüren und Stuckkehlen.
Baugeschichtlich bedeutend ist das 4-geschossige, 6-achsige Traufenhaus mit Souterrain, Toreinfahrt und Erker mit Balkonaufbau als Beispiel einer Bauweise mit Stilanklängen aus dem reichen Formenrepertoire der Renaissance.
Die Fassade ist bis zum 3. Obergeschoß in nach oben hin immer feineren Fugenschnitten strukturiert, ihre horizontale Gliederung erfolgt durch gekröpfte doppelte Gesimse, ein Fenstersohlbankgesims mit Konsolbrüstungen sowie ein Traufgesims mit Klotzfries. Die symmetrisch komponierte, mit einem 2-achsigen Mittelerker plastisch ausgeformte Fassade wird durch die unterschiedlich gestalteten Geschosse belebt: rundbogige, gerade und stichbogige Fensterformen in verschiedenartiger Gestaltung (mit ornamentierte, volutenbesetzten Schlußstein, mit Keilstein in geradem Gerähm, ohrig gerahmt mit Dreieckverdachung oder gefächertem Schlußstein, mit jeweils variierten Blendbalustern ausgestattete Brüstungsfelder mit Diamantierungen in den Doppelgesimsen). In der rechten Außenachse befindet sich das durch einen verzierten Okulus bekrönte Portal mit hoher geschnitzter Haustüre. Durch die auf der linken Außenachse sich befindende Toreinfahrt gelangt man über gefliestem Bodenbelag in den rückwärtigen Innenhof mit Seitenhaus, Nebengebäude und einer Mauer, alles, wie auch die Rückfront des Gebäudes, in ziegelsichtigem Backstein ausgeführt.
Die durchgehend originale Fensterteilung mit Schnitzwerk sowie die bereits erwähnte Haustür vervollkommnen die ästhetische Einheit der Fassade, die als konstruktiver Teil des Hauskerns Proportion, Geschoßgliederung und Höhe des Gebäudes veranschaulicht.
Ortsgeschichtlich bedeutend ist das Wohn- und Geschäftshaus, da es die Erstbebauung des westlichen Gebietes des ehemaligen Rayongeländes und somit die Entstehungsgeschichte der Kölner Neustadt belegt.
Die Bebauung nach dem von J. Stübben und K. Henrici 1881 erstellten Erweiterungsplan erfolgte in mehreren Phasen und ließ zwischen dem Mauritiuswall und den preußischen Befestigungsanlagen ein Netz von Straßen mit jeweils unterschiedlicher urbanistischer Bestimmung entstehen. Die in die Ringstraße zwischen Habsburger- und Hohenstaufenring einmündene Lindenstraße wurde als eine im sogenannten Westend gelegene "herrschaftliche bis gutbürgerliche" Wohngegend konzipiert.
Städtebaulich bedeutend ist das Objekt als Bestandteil eines Gebäudeensembles (Nr. 21 und 23), welches das ehemalige Erscheinungsbild der Lindenstraße in Ansätzen bewahrt und rekonstruierbar macht.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0