Wohn- u. Geschäftshaus
Lindenstraße 36 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6427 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Lindenstraße 36, 50674 Köln |
| Baujahr | um 1895 bis 1896 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 16.03.1992 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
Erbaut um 1895/96, 5 Geschosse, 3 Achsen (linke Achse abgeschrägt), ausgebautes Dachgeschoß mit später hinzugefügtem Dreiecksgiebel in der linken Achse, erkerartiger Ausbau über dreieckigem Grundriß in der mittleren Achse (vom 2.-4. OG), Loggien in der rechten Achse (vom 2.-4. OG), Klinker- und Putzfassade mit Stuckgliederungen im Stil des Historismus (zum Teil verändert), EG verändert, Fenster und Türen verändert. Rückseite und seitlicher Anbau verputzt (ehemals backsteinsichtig), Fenster und Tür verändert. Im Innern original erhalten: im Vestibül Terrazzotreppe mit schmiedeeisernem Geländer; im Flur Terrazzotreppe mit gedrechseltem Holzgeländer und Antrittspfosten, teilweise farbige Deckenmalereien; in den Wohnungen zum Teil Parkettböden und Reste von Deckenstuck (unter den abgehängten Decken). Nicht Bestandteil des Denkmals ist die erdgeschossige Hofüberbauung mit Flachdach.
Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Die von H.J. Stübben geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Den alten Wallstraßen folgend, legt sie sich, mit der Ringstraße als Kernstück, halbkreisförmig um die Altstadt. Im Zuge ihrer Anlage ab 1881 entstand westlich der Ringstraße zwischen Gladbacher- und Zülpicher Straße das sogenannte "Westend", ein gutbürgerliches Wohnviertel mit meist vornehmen Mietshäusern von aufwendiger Fassadengestaltung. Die vom Hohenstaufenring ursprünglich zum Lindentor führende Lindenstraße wurde im wesentlichen um 1885 bebaut. In dieser Hauptbebauungsphase wurde das Haus Nr. 36 in unmittelbarer Nähe zur platzartigen Erweiterung im Einmündungsbereich der Händelstraße errichtet. Seine abwechslungsreich mit Klinker, Putz und Stuck im Stil des Historismus gestaltete Fassade ist ganz auf diese Ecksituation hin ausgerichtet worden. Während die beiden rechten Achsen in der Flucht der Lindenstraße liegen, erfolgt bei der linken Achse eine Abschrägung zur platzartigen Erweiterung hin. Diese Schrägung wird vom erkerartigen Ausbau aufgenommen, um hier so eine optische Verbreiterung der Fassade in den oberen Geschossen zu erhalten. Auflockernde Akzente setzen die Loggien in der rechten Achse. Trotz einiger Veränderungen wird das o.g. Objekt, das zu den wenigen Zeugnissen der Erstbebauung in diesem Abschnitt der Lindenstraße gehört, somit zum unverzichtbaren Dokument der gründerzeitlichen Architektur in der Kölner Neustadt.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0