Wohnhaus

Bonner Straße 50 · Neustadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_5949
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Bonner Straße 50, 50677 Köln
Baujahrum 1890
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 18.03.1991
Stadtteil Neustadt/Süd

Erbaut um 1890; 4 Geschosse, Souterrain, ausgebautes Dachgeschoß mit Gauben, 3 Achsen, flache Wandvorlage und 2geschossiger Polygonalerker mit aufgesetztem Balkon (Brüstungsgitter verändert); Backsteinfassade mit Stuckgliederungen im Stil der Neurenaissance, im Bereich von Souterrain und Hochparterre mit Quaderung; Fenster weitgehend verändert (Decken in den Wohnungen abgehängt), Gitter vor den Souterrainfenstern sowie Tür original, Eingangstür verändert. Rückseite und kurzer seitlicher Anbau backsteinsichtig, neuere Holzterrasse, Fenster weitgehend verändert, Fenstervergitterungen im Hochparterre teilweise original. Im Innern original erhalten: im Vestibül zweifarbiger Marmorboden, Marmortreppe, reicher Wand- und Deckenstuck; Stuck am Stützbogen zwischen Vestibül und Flur; im Flur zweifarbiger Marmorboden, halbhohe schmiedeeiserne Tür (vor der Treppe ins Souterrain), Holztreppe mit gedrechseltem Holzgeländer und Antrittspfosten bis ins Souterrain, teilweise Deckenstuck, teilweise Oberlichte der sonst veränderten Wohnungseingangstüren; in den Wohnungen Reste von Deckenstuck. Bestandteil des Denkmals sind auch die rückwärtigen Einfriedungsmauern.

Die von H. J. Stübben geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Im Zuge Ihrer Durchführung ab 1881 wurde die Bonner Straße - vor der Stadterweiterung alte Ausfallstraße nach Süden - als lindenbestandene Alleestraße angelegt. Sie begrenzt den später als "Universitätsviertel" bezeichneten Abschnitt der südlichen Neustadt zwischen Bonner Straße und Rhein, wo sich vorrangig das mittlere und gehobene Bürgertum ansiedelte. Der Charakter dieses Viertels wird zum großen Teil noch heute von den prächtigen, mit abwechslungsreich gegliederten Stuckdekor ausgestatteten Häuserfassaden geprägt. Das o. g. Objekt entstand in der Hauptbebauungsphase der Bonner Straße, in den 90er Jahren des 19. Jahrhunderts. Es ist integraler Bestandteil der auf dieser Straßenseite weitgehend noch geschlossen erhaltenen Häuserzeile. Gleichzeitig bildet es ein Ensemble mit seinen beiden etwa zeitgleich entstandenen, fassadenähnlichen Nachbarhäusern Nr. 52 und 54. Das Haus Nr. 50 hebt sich dabei durch seine besonders aufwendige Fassadengestaltung im Stil der Neurenaissance hervor und gibt damit auch Aufschluß über die gehobenen Ansprüche der ehemaligen Bewohner. Das o. g. Objekt, das die Maßstäblichkeit der Bebauung und das ursprüngliche Erscheinungsbild an der Bonner Straße bewahrt, wird auch im Hinblick hierauf zum unverzichtbaren Dokument.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0