Wohn- u. Geschäftshaus
Rheingasse 14 · Altstadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6020 |
|---|---|
| Typ | Kleindenkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Rheingasse 14, 50676 Köln |
| Baujahr | um 1910 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 02.05.1991 |
| Stadtteil | Altstadt/Süd |
Erbaut um 1910, 3 Geschosse, 4 Achsen, ausgebautes Dachgeschoß mit 3 neueren Gauben, Werksteinfassade (Rotsandstein) mit Gliederungen in Anklängen an Neoklassizismus und Jugendstil (im Sockelbereich teilweise verändert), Brandmauer mit Treppengiebel aus den 50er Jahren zum Nachbargebäude Nr. 8-12, Fenster weitgehend in Anlehnung an den ursprünglichen Zustand erneuert (nur im EG durch Schließung der Rundbögen verändert), Eingangstor weitgehend original. Rückseite und kurzer seitlicher Anbau (Verbindung zu einem einst hier anschließenden Hinterhaus) verputzt, Fenster weitgehend verändert; im Bereich des ehemaligen Hinterhofes neuere erdgeschossige Überbauung (Flachdach) der sich bis hierher erstreckenden 2 orig. Kellergeschosse (am rückwärtigen Abschluß offenliegend und mit neuerer Holztreppenkonstruktion zur Erschließung). Im Innern original erhalten: in der Toreinfahrt weitgehend Keramikfliesenboden mit darin verlegten Schienen, Schrammborde, weitgehend Wandfliesen (den unteren Treppenhausbereich einbeziehend), teilweise Deckenstuck; im Treppenhaus Terrazzotreppe, teilweise mit schmiedeeisernem Geländer (ohne Handlauf); im heutigen Büroraum kurze Metalltreppe mit eingesetzten Trittstufen aus Holz ins Kellergeschoß; in den Kellergeschossen teilweise Mauern mittelalterlichen Ursprungs.
Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen und für die Entwicklung der Arbeits- und Produktionsverhältnisse ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
An der zwischen dem Südteil des Marktviertels und den Umschlagkais am Flußufer liegenden Rheingasse befanden sich seit dem 13. Jahrhundert die Stammhäuser großer Kölner Patriziergeschlechter. Noch heute kündet hier das 1255 "Zur Scheuren" genannte Overstolzenhaus an der Rheingasse 8 von ihrer einstigen Bedeutung und ihrem Einflußreichtum. Das Haus Nr. 14 wurde um 1910 anstelle eines im Juli 1909 abgebrochenen Vorgängerbaus aus dem späten 15. Jahrhundert errichtet und befindet sich inzwischen durch einen Anbau des Overstolzenhauses aus den 1950er Jahren in direkter Nachbarschaft zu diesem. Die mit maßvoller Ornamentik versehene Werksteinfassade des o. g. Objekts nimmt mit den Rundbogenöffnungen von Fenstern und Tor ein wichtiges Element sowohl des romanischen Overstolzenhauses als auch des ehemaligen gründerzeitlichen Nachbargebäudes (Nr. 16) auf. Dabei ist zu beobachten, daß beim Haus Nr. 14 diese Rundbogenöffnungen in jedem Geschoß anders variiert werden und sich nach oben hin gleichsam verfeinern. Wie in seinem Vorgängerbau war auch im o. g. Objekt ursprünglich ein Gewerbebetrieb untergebracht, worauf u. a. die in der Toreinfahrt verlegten Schienen noch hinweisen. Das o. g. Gebäude, das zu den wenigen der Kölner Altstadt gehört, die den 2. Weltkrieg überdauert haben, wird somit zum unverzichtbaren Dokument für den Ausbau der Altstadt zu Beginn dieses Jahrhunderts. Gleichzeitig erinnert es durch die in den Kellergeschossen noch vorhandenen mittelalterlichen Mauerreste an seine Vorgängerbebauung.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0