Wohn- u. Geschäftshaus
Roonstraße 104 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6021 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Roonstraße 104, 50674 Köln |
| Baujahr | um 1895 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 02.05.1991 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
Um 1895 erbaut. 4 Geschosse, Souterrain, 3 Achsen, ausgebautes Dachgeschoß (verändert); in der linken Achse zweigeschossiger Erker mit aufgesetztem Balkon; Toreinfahrt. Stuckfassade in der Art des Historismus in verschiedenen Stilrichtungen dekoriert. Fenster und Haustür verändert. Rückseite: zweifarbige Backsteinfassade; Fenster weitgehend verändert (Treppenhausfenster original). Im Innern original erhalten: im Vestibül Marmortreppenaufgang; fast vollplastische Reliefköpfe am Stützbogen; im Flur schwarzgerahmter Terrazzoboden; Steintreppe, Holzgeländer mit gedrechselten Stäben und aufwendigem Antrittspfosten; im gesamten Treppenhaus Profilleiste auf etwa halber Wandhöhe; die Rahmen der Wohnungseingangstüren.
Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Die von Josef Stübben geplante und ab 1881 von ihm ausgeführte Stadterweiterung von Köln gehört zu den bedeutendsten und umfassendsten städtebaulichen Leistungen des späten 19. Jahrhunderts in Deutschland. Die halbkreisförmig um die Altstadt gelegte Neustadt wurde in verschiedene Wohnviertel eingeteilt. Westlich, zwischen Gladbacher- und Zülpicher Straße, entwickelte sich das sog. "Westend", das durch den Stadtgarten und verschiedene begrünte Platzanlagen alle Voraussetzungen für ein gutbürgerliches Wohnviertel bot. Die Roonstraße, an der sich das o. g. Objekt befindet, erstreckt sich vom Barbarossaplatz bis zur Jülicher Straße/Moltkestraße. Das Gebäude gehört im oberen, zur Moltkestraße orientierten Straßenbereich zu den wenigen Zeugnissen der historischen Bebauung, die die Kriegszerstörungen überdauert haben. Es bildet ein Ensemble mit dem gegengleich gestalteten Haus Nr. 102. Mit seiner qualitätvollen, in verschiedenen Stilrichtungen dekorierten Fassade macht es das Repräsentationsbedürfnis und den gehobenen Lebensstandard der damaligen Bewohner noch heute deutlich faßbar und setzt darüber hinaus auch durch die Verbindung mit dem Nachbarhaus einen markanten städtebaulichen Akzent. Er wird somit zu einem unverzichtbaren Dokument der Kölner Neustadtarchitektur und ihrer spezifischen Ausprägung.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0