Wohnhaus
Mauenheimer Straße 26 · Nippes
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6052 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Mauenheimer Straße 26, 50733 Köln |
| Baujahr | 1899 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 04.06.1991 |
| Stadtteil | Nippes |
Erbaut 1899, L-förmiger Grundriß. 3 Geschosse, 4 Achsen, Satteldach mit 2 (veränderten) Gauben. Klassizistische Putz- und Stuckfassade mit engstehenden hohen, schmalen Fenstern und horizontalen Gliederungen durch Gesimse und die aneinanderstoßenden geraden, konsolgestützten Fensterverdachungen des 1. Obergeschosses; Erdgeschoß oberhalb des Sockels rustiziert, in Höhe der Obergeschosse Stuckdekoration in Schmuckformen der Renaissance und des Klassizismus. Fenster stilgerecht erneuert, Haustür original.
Rückseite backsteinsichtig, z. T. alte Fenster; kleiner Hof, zum Nachbargrundstück Nr. 28 hin durch Backsteinmauer eingefriedet. Nicht Bestandteil des Denkmals: dem Anbau angefügter Schuppen.
Im Innern original erhalten: im Vestibül rot umrandeter, grau-weißer Fliesenboden, Deckenstuck; im Hausflur rot umrandeter, mehrfarbig gemusterter Fliesenboden; Holztreppe mit gedrechseltem Geländer und Antrittspfosten; einige Wohnungstüren, Hof- und Kellertür.
Das Haus Mauenheimer Str. 26 ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Die Mauenheimer Straße ist wie ihre östliche Verlängerung, die Florastraße, aus einem alten Weg hervorgegangen, der die Mauenheimer Höfe - als einziger erhalten geblieben der Altenberger Hof - mit Neusser und Niehler Straße sowie mit Riehl und dem zur Mülheimer Rheinfähre führenden Weg, der späteren Riehler Straße, verband.
Ursprünglich gleichsam ein Anhängsel der Mauenheimer Höfe, hatte das dörfliche Nippes seinen Siedlungsschwerpunkt im Kreuzungsbereich von Neusser und Mauenheimer/Flora-Straße. An der Mauenheimer Straße entstand denn auch 1850-52 die erste Nippeser Kirche (heute St. Heinrich und Kunigund). Mit seiner in den 1860er Jahren einsetzenden industriellen Entwicklung dehnte sich der Ort v. a. nach Süden hin aus. Mitbedingt durch ihre Lage am westlichen Uferrand eines vorgeschichtlichen Rheinarmes, an den noch in den frühen 1890er Jahren die Teiche des "Nippeser Tälchens" erinnerten, war die Mauenheimer Straße um 1888, als mit der Bürgermeisterei Longerich auch Nippes nach Köln eingemeindet wurde, noch durch eine nur lockere Bebauung überwiegend ländlichen Charakters geprägt.
Kontinuierliche Bebauung durch mehrgeschossige Miethäuser - eine dringende Notwendigkeit angesichts der durch rapides Bevölkerungswachstum entstandenen Wohnungsnot - setzte erst nach 1895 ein. Innerhalb weniger Jahre entstanden zunächst nördlich der später angelegten Schillstraße 1897 die Häuser Nr. 50 und 52 sowie 70-78, dann im südlichen Bereich der Mauenheimer Straße 1897/98 die Häuser Nr. 13-23 und 1899/1900 Nr. 4-26.
Die 1899/1900 in einem Zuge errichteten Häuser Mauenheimer Straße 4-26, alle mit drei Vollgeschossen, z. T. mit Souterrain oder Sockelgeschoß, sind in annähernd geschlossener Zeile erhalten geblieben. Alle diese Häuser haben die in der Grundstruktur gleiche, vierachsige klassizistische Fassade, doch wurde bei der Gestaltung der Dachzonen und bei der Fassadendekoration - in historistischer Manier mit Schmuckformen v.a. der Gotik und/oder Renaissance - offensichtlich Wert gelegt auf ein abwechslungsreiches Erscheinungsbild. Das Haus Nr. 26, gegenüber der alten Kirche gelegen, bildete, zunächst linksseitig noch freistehend, den Abschluß der Reihe, bis 1904/1905 nördlich der Kirche die Schillstraße angelegt und die platzartige Erweiterung der Mauenheimer Straße mit den Häusern Nr. 28-32 geschaffen wurde. So ist Nr. 26 mit seiner feingliedrig und anmutig dekorierten Fassade unverzichtbarer Bestandteil eines Ensembles, das neben der älteren und schlichteren Häuserreihe die wie die Kirche den kleinen Platz bestimmende Häusergruppe Nr. 28-32 mit den in barockisierendem Jugendstil aufwendig gestalteten Fassaden umfaßt.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0