Wohnhaus
Jakobstraße 22 · Altstadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6059 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Jakobstraße 22, 50678 Köln |
| Baujahr | 1879 bis 1880 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 04.06.1991 |
| Stadtteil | Altstadt/Süd |
Linker Gebäudeteil (ursprüngliche Nr. 22): erbaut 1879 (inschriftlich datiert), 4 Geschosse, 3 Achsen, ausgebautes Dachgeschoß mit neuerem Dacheinschnitt, flache Wandvorlage (ab 1. OG) und flacher Dreiecksgiebel in der Mittelachse, Putzfassade mit Stuckgliederungen vorwiegend im Stil der Neurenaissance, EG verändert (teilweise in Anlehnung an den ursprünglichen Zustand rekonstruiert), Fenster und Eingangstüren verändert. Rückseite und kurzer seitlicher Anbau backsteinsichtig, Dachgeschoß mit Gauben, Fenster und Tür verändert. Rechter Gebäudeteil (ehemalige Nr. 20): erbaut um 1880, 4 Geschosse, 2 Achsen, ausgebautes Dachgeschoß mit neuerem Dacheinschnitt (Loggia), fast fassadenbreite, gekurvte Wandvorlage im 3. OG, Putzfassade mit Stuckgliederungen im Stil der Neurenaissance, EG verändert (ehemals mit Tordurchfahrt), Fenster verändert. Rückseite backsteinsichtig (EG verändert), Fenster verändert, seitliche Brandmauer mit neueren Fenstereinbrüchen. Inneres weitgehend verändert. Bestandteil des Denkmals ist auch das 4geschossige, an den seitlichen Anbau anschließende Hinterhaus mit originalem Pfettendach; Treppenhausrisalit in der Mittelachse; Fassade in zweifarbigem Backstein mit Gliederungen, Sohlbänke in Buntsandstein, Fenster und Tür verändert. Ebenfalls zum Denkmal gehört der 1geschossige Anbau des Hinterhauses auf winkelförmigen Grundriß (stark verändert), neueres Flachdach, 2 originale Fenster, sonst Fenster und Türen verändert. Nicht zum Denkmal gehört die Einfriedungsmauer mit dem Tor.
Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Im Severinsviertel, dem südlichen um die mittelalterliche Kirchenanlage gewachsenen Altstadtbereich Kölns, setzte in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, im Zusammenhang mit Industrialisierung und Bevölkerungswachstum, eine verstärkte Bautätigkeit ein. Um die noch freien Grundstücke zu erschließen, wurden viele Straßenzüge neu angelegt. So auch die nach dem Fabrikbesitzer Johann Jakob Langen benannte Jakobstraße, die in ihrem Verlauf der Linie der Umwallung folgt. Das hier gelegene o. g. Objekt bewahrt als eines der letzten die ursprüngliche Maßstäblichkeit sowie das historische Erscheinungsbild an der Jakobstraße. Ehemals zwei Gebäude, bilden beide Häuser, auch im Innern, heute eine Einheit. Bei der Fassadengestaltung, vorwiegend im Stil der Neurenaissance, hebt sich vor allem der linke Gebäudeteil stark hervor. Durch aufwendigere Gestaltung wird hier die Mittelachse, deren oberer Abschluß der strenge Dreiecksgiebel bildet, gleichsam als Mittelrisalitandeutung besonders akzentuiert. Der rechte nur 2achsige Gebäudeteil paßt sich dem linken in Geschoßhöhe sowie Gestaltung, obschon diese etwas sparsamer ausfällt, an. Beide Gebäudeteile sind noch vor der umfassenden, gründerzeitlichen Bebauungsphase im Rahmen der Stadterweiterung (ab 1881) entstanden und dokumentieren den Prozeß der Verstädterung des bis ins letzte Viertel des 19. Jahrhunderts dörflich aussehenden südlichen Altstadtteils. Das o. g. Objekt wird somit, auch als eines der wenigen Gebäude der Kölner Altstadt, die die Zerstörungen des 2. Weltkrieges überdauert haben, zum unverzichtbaren Dokument.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0