Wohnhaus

Isabellenstraße 6 · Altstadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4643
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Isabellenstraße 6, 50678 Köln
Baujahrum 1880
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 14.06.1988
Stadtteil Altstadt/Süd

Das Wohnhaus wurde um 1880 errichtet. Baukünstlerisch dokumentiert das 4-geschossige und durch Aufbau der Dachzone aufgestockte traufständige Wohnhaus die letzte Phase des Kölner Spätklassizismus. Durch die zusammengezogene Beschmückung der zwei Mittelachsen ist der Akzent der Fassade an die traditionelle Symmetriegestalt gelegt. Die Bekrönung der Fenster im 1. OG durch ionische Säulen und im 2. OG durch Dreieckgiebel hebt die zwei inneren Fensterachsen stark hervor. Das grob bossierte EG ist durch zwei parallel laufende Brüstungsgesimse mit einem Bänderfries von verzierten Wulsten, die glatte Putzfassade der oberen drei Geschosse dann von einem Kranzgesims mit Zahnschnittleiste abgeschlossen. Im Hausinnern ist das Foyer mit inkrustiertem Steinmosaik in Farbe geschmückt. Die steile Holztreppe aus der Erstbebauungszeit ist von einem Geländer mit gedrechseltem Balken und Antrittspfosten begleitet. Die Hofbauten und -umbauten stammen schon aus der neueren Zeit und haben zu den kunsthistorisch wertvollen Gliederungen des Hauses keinen direkten Bezug.

Ortsgeschichtlich ist das o. g. Gebäude wichtig, weil es die Erstbebauung der unmittelbaren Umgebung des Kartäuserklosters und seiner Anlagen belegt. Die Erschließung der Isabellenstraße im Laufe des 19. Jahrhunderts ist so als die Spätphase der fortschreitenden Besiedlung der südlichen Randgebiete der Altstadt zu bewerten. Die an Isabella, Frau des Stauferkaisers Friedrich II. und Schwester des englischen Königs Heinrich III. erinnernde Straße bewahrt die an vielen Orten (so z. B. der Isabellensaal im Gürzenich) aktualisierte Legende über die prachtvolle Hochzeit 1235 im Kölner Dom und an die darauffolgenden sechswöchigen beispiellosen Feiertage. Im Gegensatz zu den prachtvollen Erinnerungen an das Mittelalter bezeichnet die mit dem Namen der Königin verbundene Durchgangsstraße heute eine eher bescheidene Ansiedlung von niedrigen Bürgerhäusern, die das Weiterleben der alten Bautradition auch unmittelbar vor der entscheidenden Stadterweiterung um 1881 anschaulich dokumentiert.

Städtebaulich ist das o. g. Gebäude für die weitere Straßenbildung entscheidend. Die geschichtlich gegebene beherrschende Wirkung der noch erhaltenen Fassade und des Hauskerns ist durch die ursprüngliche Bauproportion, Gliederung und Verzierung hervorgehoben und vermittelt das Erscheinungsbild der Gründerzeit noch in vollem Ausmaß.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0