Wohnhaus

Isabellenstraße 5 · Altstadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4121
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Isabellenstraße 5, 50678 Köln
Baujahrum 1880
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 23.04.1987
Stadtteil Altstadt/Süd

Das Wohnhaus wurde um 1880 errichtet.

Baugeschichtlich bezeugt das 3-geschossige, in einfacher Symmetrie gehaltene Gebäude die kontinuierliche Entwicklung des rheinischen Dreifensterhauses auch im 19. Jahrhundert. Das spiegelbildlich zum Haus Nr. 3, aber auch in unmittelbarer Anlehnung an das Eckhaus zur Jakobstraße konzipierte Eckgebäude bemüht sich um die deutliche Absetzung und Individualisierung jeder Geschoßbildung. Während die senkrechte Charakterisierung eindeutig durch das Hervorheben der mittleren Achse gegeben ist, folgt auf die plastische Bänderung des Erdgeschosses das überall prachtvoll errichtete 1. OG im Stil des italienischen piano nobile. Die waagerechte Gesimsgliederung ist in einzelnen Geschossen paarweise zusammengezogen, was in der Brüstungszone der hohen Fenster einen freien Fries für eventuelle Verzierungen (so z. B. das Schmiedeeisengitter als Ausgleich zu der korinthischen Kolonade der Mittelachse) entstehen läßt. Im Hausinnern sind die Holztreppe mit Antrittspfosten und gedrechseltem Geländer, hohe Holztüren mit Oberlicht sowie einzelne Fenster in ursprünglicher Teilung und Rahmung erhalten.

Ortsgeschichtlich ist das o. g. Gebäude wichtig, weil es die Erstbebauung der unmittelbaren Umgebung des Kartäuserklosters und seiner Anlagen belegt. Die Erschließung der Isabellenstraße im Laufe des 19. Jahrhunderts ist so als die Spätphase der fortschreitenden Besiedlung der südlichen Randgebiete der Altstadt zu bewerten. Die an Isabelle, Frau des Stauferkaisers Friedrich II. und Schwester des englischen Königs Heinrich III. erinnernde Straßen, bewahrt die an vielen Orten Kölns (so z. B. der Isabellensaal im Gürzenich) aktualisierte Legende über die beispiellose Hochzeit 1235 im Kölner Dom und an die darauffolgenden sechswöchigen Feiertage. Im Gegensatz zu den prachtvollen Erinnerungen an das Mittelalter bezeichnet die Durchgangsstraße heute eine eher bescheidene Ansiedlung von Bürgerhäusern, die das Weiterleben der alten Tradition auch noch unmittelbar vor der entscheidenden Stadterweiterung 1881 anschaulich dokumentiert.

Städtebaulich bildet das o. g. Wohnhaus im Zusammenwirken mit dem Ensemble Nr. 1 und 3 eine einheitliche Fassadenzeile, die das Erscheinungsbild der ganzen Straße andeutet und durch seine Höhe, Rhythmisierung, Bauproportion und Verzierung auch direkt beeinflußt.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0