Wohn- u. Geschäftshaus
Lindenstraße 88 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6083 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Lindenstraße 88, 50674 Köln |
| Baujahr | um 1903 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 10.06.1991 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
Um 1903 erbaut. 5 Geschosse, 3 Achsen, neuer Dachausbau; fassadenhoher Mittelerker. Stuckfassade im späten Jugendstil. EG verändert, Fenster und Türen verändert. Rückseite und langgestreckter seitlicher Anbau mit zweifarbiger Backsteinfassade, EG verputzt; Fenster verändert; Eckbalkone mit orig. Gittern am Übergang vom Vorder- zum Hinterhaus, neuere Balkone am Ende des Hinterhauses. Im Innern original erhalten: in Vestibül und Flur aufwendiger ornamentierter Fliesenboden und etwas Terrazzoboden vor der Hoftür; vom Vestibül bis einschließlich Stützbogen reichende Majolikawandverfliesung (weiß, mit grünem Riemchen und Abschlußprofil), darüber Wand- und etwas Deckenstuck, Stuck auch am Stützbogen; hinter dem Stützbogen auch etwas Deckenstuck (Profile); Terrazzotreppe mit schmiedeeisernem Geländer und Holzhandlauf, Zwischenpodeste in schwarzgerahmtem Terrazzo.
Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Die von Josef Stübben geplante und ab 1881 ausgeführte Stadterweiterung von Köln gehört zu den bedeutendsten und umfassendsten städtebaulichen Leistungen des späten 19. Jahrhunderts in Deutschland. Die halbkreisförmig um die Altstadt gelegte Neustadt wurde in sozial verschiedene Wohnviertel eingeteilt. Westlich, zwischen Gladbacher- und Zülpicher Straße, entwickelte sich das sog. "Westend", das durch den Stadtgarten und verschiedene begrünte Platzanlagen alle Voraussetzungen für ein gutbürgerliches Wohnviertel bot. Die Lindenstraße, an der sich das o. g. Objekt befindet, diente zur Verbindung von Hohenstaufenring und Lindentor und wurde zum großen Teil zwischen 1895 und 1905 bebaut. Das Gebäude gehört zu den später errichteten Zeugnissen der Erstbebauung und bildet ein Ensemble mit den Häusern Nr. 80 bis Nr. 86. Das in seiner Fassadenstruktur dem gegengleich gestalteten Nachbarhaus Nr. 86 entsprechende, jedoch eine weniger reiche Stukkatur aufweisende Gebäude belegt auch mit seiner noch qualitätvollen Ausstattung des Treppenhauses die Ansprüche der damaligen Bewohner. Es wird somit zu einem unverzichtbaren Dokument für die gehobenere Mietbebauung der Kölner Neustadt.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0