Wohnhaus
Bayenthalgürtel 4 · Marienburg
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6088 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Bayenthalgürtel 4, 50968 Köln |
| Baujahr | 1907 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 10.06.1991 |
| Stadtteil | Marienburg |
Erbaut 1907 von den Architekten Emil Schreiterer und Gottfried Below, freistehender Bau an der Ecke zur Alteburger Straße in Stilformen des Neobarock und Neoklassizismus, polygonaler Grundriß, 2 Geschosse, ehem. Mansardgeschoß nach Kriegszerstörung als Vollgeschoß wiederaufgebaut, aufwendig gestaltete Sandsteinfassaden und Granitsockel; Fenster und Haustür verändert.
Straßenfassade: axialsymmetrischer Aufbau, 3 Achsen, im Grundriß segmentbogenförmig vorgewölbter Mittelrisalit mit Balkon und Figurenbekrönung, Kranzgesims; linke Seitenfassade mit Hauseingang und polygonalem Eckerker (im Treppenhausbereich einige Fensteröffnungen verändert); rechte Seitenfassade nach Kriegszerstörung originalgetreu wiederaufgebaut.
Rückfront: halbrunder Erker mit Balkon, ehem. Wintergarten heute geschlossen.
Im Innern original erhalten: Kreuzgewölbe und 2 Stuckreliefs im Vestibül Parkettfußboden im EG, Deckenstuck im OG.
Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Der südlich der ehemaligen preussischen Umwallung gelegene Industrievorort Bayenthal ist seit 1860 mit der Niederlassung der Firma BAMAG entstanden; während das Zentrum noch heute das Erscheinungsbild eines Arbeiterviertels aufweist, ist am Bayenthalgürtel, der zum südlichen Teilbereich Bayenthals gehört, die villenartige Bebauung Marienburgs in den 20er Jahren fortgesetzt worden.
Das o. g. Gebäude ist integraler Bestandteil des Bayenthalgürtels und zeichnet sich zudem durch seinen exponierten Standort in unmittelbarer Nähe von Bismarckturm und Rheinufer aus. Der repräsentativ gestaltete Bau setzt hier jene Reihung von repräsentativen Villen fort, die mit dem schloßartigen Palais "Oppenheim" ihren Höhepunkt fand. Trotz z. T. verändertem Wiederaufbau stellt das Eckgebäude somit einen unverzichtbaren städtebaulichen Fixpunkt innerhalb der schon all zu sehr dezimierten historischen Bebauung am Rheinufer dar. Als wichtiges Werk der Architekten Schreiterer und Below als auch als Zeugnis der Architekturentwicklung vom Historismus zur Moderne - stilistisch auf traditionelle Bauformen um 1800 zurückgreifend - gilt dem Haus das besondere Interesse der Bauforschung und Architekturgeschichte der Stadt Köln.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0