Villa
Bayenthalgürtel 11 · Marienburg
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8199 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Villa |
| Adresse | Bayenthalgürtel 11, 50968 Köln |
| Baujahr | 1950 bis 1951 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 17.11.1997 |
| Stadtteil | Marienburg |
Das Einfamilienhaus Bayenthalgürtel 11 gehört zu den ab 1950 in Köln-Marienburg im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft Besatzungsbauten/GAG - Gemeinnützige Aktiengesellschaft für Wohnungbau - errichteten geräumigeren Bauten für höhere Offiziere der britischen Besatzungsmacht. Es wurde nach einem Entwurf des Architekten Fritz Ruempler in den Jahren 1950/51 errichtet.
Das zweigeschossige, traufenständige Haus mit Satteldach nimmt fast die gesamte Breite des schmalen, in die Tiefe langgestreckten und leicht ansteigenden Parkgeländes der ehemaligen, 1934 abgebrochenen Villa Bayenthalgürtel 11 ein. Von dem Bayenthalgürtel um mehrere Meter zurückversetzt, sind Vorgarten und Fassade des Hauses gestalterisch aufeinander abgestimmt: Während die Grundstücksgrenzen mittels Backsteinmauern beidseitig markiert sind, wird der westliche, terrassenartige Vorgarten mit Rasen und Blumenbeeten von einer niederen, dem Geländeunterschied zum Haus entsprechenden Mauer zum Bürgersteig begrenzt, die östlich von einem metallenen Gitter aus einfachen senkrechten Stäben unterbrochen wird. Dahinter führen sieben breite Stufen zur Vorterrasse und Eingangsbereich. An der östlichen Grundstücksgrenze sind zwei Garagen angeordnet, deren vorkragendes Flachdach bis zum Hauseingang geführt wird und dadurch ein Portikus entsteht, der mit einem Gitter verschlossen ist und den Zugang zu der östlichen Giebelseite des Hauses mit separatem Dienstboten- sowie Kellereingang ermöglicht. Die horizontale Komponente des Flachdaches wiederholt sich in dem vorkragenden Flachdach des rechteckigen Erdgeschoßerkers auf der Westseite des Hauses und findet ihre Entsprechung in der bänderartigen Reihung der Fenster im Obergeschoß. Letztere wiederholt sich auf der westlichen Giebelwand, während die gartenseitige Fassade auf beiden Seiten durch hochrechteckige aneinandergereihte Fensteröffnungen gestaltet ist. Die Öffnungen des Erdgeschosses führen auf eine relativ schmale, plattenbelegte Terrasse mit ansteigender Böschung und Blick auf den anschließenden Garten. Der östliche Küchentrakt ist gartenseitig vorgezogen und abgeschleppt.
Der Haupteingang erschließt eine relativ geräumige Eingangsdiele mit Zugang zu den drei großen Wohnräumen - dem Wohn- und Eßraum gartenseitig und dem Herrenzimmer mit Erker straßenseitig (die beiden letzteren jeweils mit offenem Kamin), zu dem Bediensteten-Trakt an der Ostseite mit eigenem kleinen Treppenhaus, den Kellerräumen (das Haus ist vollständig unterkellert) und über eine repräsentative, spiralförmig geschwungene Treppe mit Brüstungsgitter aus Holz und profiliertem Handlauf zu den Räumen im Obergeschoß. Hier befinden sich vier Schlafzimmer und zwei Mädchenzimmer, neben dem Elternschlafzimmer ein großes Bad und ein Ankleideraum. Eine Verbindungstür zum Bediensteten-Trakt erschließt den Aufgang zum Dach, dessen besondere Sparrenkonstruktion den Schluß zuläßt, daß ein späterer Dachausbau mit Dachgauben bereits vorgeplant war.
Das Haus Bayenthalgürtel 11 ist ein nahezu vollständig erhaltenes Beispiel eines Besatzungsbaues für höhere Offiziere der britischen Besatzung mit seinem, den englischen Verhältnissen entsprechenden Bau- und Raumprogramm, z. B. die Unterbringung der Wirtschafts- und Personalräume in einem, dem östlichen Gebäudeteil mit eigenem Treppenhaus, die großräumigen Eß- und Wohnräume mit offenem Kamin und direktem Zugang zum Garten, Elternschlafzimmer mit Bad und Ankleide. Der Entwurf des Hauses stammt von dem Kölner Architekten Fritz Ruempler, der neben Paul Pott, Peter Friedrich Schneider, Hans Schumacher u. a. im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft Besatzungsbauten Vorentwürfe für verschiedene Haustypen (ohne Kenntnis der Grundstücke) gemacht hatte. Dieses Haus trägt die Typenbezeichnung Typ II der Besatzungsbauten.
Neben den bereits erwähnten, in Anbetracht der Entstehungszeit 1950/51 sehr früh auftretenden typischen Gestaltungsdetails der Architektur der Fünfziger Jahre, wie die sehr dünnen Flachdächer von Garagen, Portikus und Erker und der geschwungenen Treppe des Haupttreppenhauses ist die Architektur des Hauses eher als gemäßigt modern zu bezeichnen, sind doch - vermutlich durch nachträgliche behördliche (britische wie deutsche) Änderungen - Elemente der Stuttgarter Architektur der 30er Jahre unverkennbar, etwa die relativ großflächigen Wandflächen im Vergleich zu den zartgliederigen, akzentuierenden Fensteröffnungen, zu den Fensterbänken zusammengefaßt, die zusammen mit den flachen Dächern der straßenseitigen Fassade einen horizontalen Duktus verleihen. Die Wahl des Bauplatzes innerhalb des Geländes, die gestalterische Einbindung von Vorgarten, Haus und Garten sind Elemente, die die Einheit von Architektur und Grünplanung berücksichtigen und sich sehr gut in die Bebauung des Villenvorortes Marienburg einfügen.
Das Haus Bayenthalgürtel 11 einschließlich der Gartenanlage ist ein Baudenkmal gemäß § 2 Abs. 3 DSchG NW. Es ist bedeutend für die Geschichte des Menschen und der Stadt Köln. Seine Erhaltung liegt aus wissenschaftlichen, insbesondere baugeschichtlichen und geschichtlichen sowie städtebaulichen Gründen im öffentlichen Interesse.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0