Wohnhaus

Glücksburgstraße 4 · Mülheim

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7347
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Glücksburgstraße 4, 51065 Köln
Baujahrum 1904
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 24.01.1995
Stadtteil Mülheim

Um 1904 erbaut; 4 Geschosse; 3 Achsen, Betonung der Mittelachse durch Risalit (im EG auf rechteckigem, im 1. und 2. OG auf dreiseitigem Grundriß) mit aufgesetztem überdachten Balkon im 3. OG (Geländer und Überdachung aus Holz original) und Giebel mit Schopfwalmdach und bekrönender Spitze; Putzfassade mit Stuckgliederungen in stilistischen Anklängen an Renaissance und Jugendstil; stichbogiger Hauseingang in linker Achse über 4 Basaltstufen, Haustür erneuert in originaler Rahmung; Fensteröffnungen rechteckig, im EG korb- und stichbogig, Fenster original (mit kleinteiliger Oberlichtsprosserierung); originale Vorgarteneinfriedung (verputzte Mauer mit Pfeilern und Eisenzaun). Rückseite: backsteinsichtige Fassade, Treppenhausachse risalitartig vortretend, stichbogige Hoftür original, stichbogige Fensteröffnungen mit originalen Fenstern; eingeschossiger backsteinsichtiger Anbau mit Pultdach und originalen stichbogigen Fenstern; backsteinsichtige Einfriedungsmauern mit gefirsteter Krone. Im Inneren original erhalten: im Eingangsbereich inkrustierter Terrazzoboden, halbhoher Wandbelag aus Keramikfliesen, Deckenstuck, stichbogiger Durchgang zum Treppenhaus; im Treppenhaus inkrustierter Terrazzoboden, hölzerne Abschlußleisten des Wandsockels, Holztreppe mit hölzernem Stabgeländer und geschwungenem Abschluß auf der Antrittsstufe, Holzdielenboden auf den Treppenabsätzen, Wohnungstüren; in den Wohnungen Zimmertüren und Deckenstuck.

Die im Mittelalter entstandene Ortschaft Mülheim gehörte bis zur französischen Besetzung 1795 zur Grafschaft bzw. dem Herzogtum Berg, kam 1815 zur preußischen Rheinprovinz und wurde 1914 nach Köln eingemeindet. Seit 1870 entwickelte sich die Kleinstadt Mülheim rasch zur großindustriell geprägten Mittelstadt, nachdem u.a. durch die Anlage von Eisenbahnlinien 1845 bzw. 1856-74 die Ansiedlung von Industriebetrieben am Rande des historischen Ortskerns begünstigt worden war. Der Bevölkerungszuwachs infolge des wirtschaftlichen Aufschwungs führte zur Bebauung ehemals freien Geländes mit Wohnbauten. Die Glücksburgstraße liegt in dem stark durchgrünten Wohnbereich zwischen Stadtgarten und den beiden Mülheimer Friedhöfen, der zur jüngeren gründer- und zwischenkriegszeitlichen Stadterweiterung der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts gehört. Im Zuge der Verlagerung der Eisenbahnanlagen an die östliche Peripherie bis 1910 entstand im Gebiet südlich der Frankfurter Straße in Nachbarschaft des 1910-12 angelegten Stadtgartens ein Viertel gehobener Wohnqualität, dessen viergeschossige Bebauung vielfach durch Häuser mit Vorbauten und zum Teil aufwendige Gestaltung charakterisiert ist. Das o.g. Wohnhaus Glücksburgstr. 4 dokumentiert als eines der ältesten Häuser die Erstbebauung des Viertels, das im Bereich der Sonderburger Straße (früher Louisenstraße) und Glücksburgsraße (früher Sedanstraße) seit 1904 gleichzeitig mit genossenschaftlichen Häusern des Beamten-Wohnungsvereins Mülheim GmbH bebaut worden war. Das Gebäude Glücksburgstr. 4 lag als einziges in Privateigentum innerhalb dieser in den 1920er Jahren an der Ecke zur Augustastraße geschlossenen Blockrandbebauung im Besitz der Genossenschaft. Bezüge zur Genossenschaft lassen sich über die Bauherrenschaft eines Beamten (Stadtsekretärs) immerhin vermuten. Das Wohnhaus unterscheidet sich durch die gegenüber den schlichten Genossenschaftshäusern mit Backsteinfassaden aufwendigere Putzfassade mit Stuckdekor, durch die der repräsentativere Anspruch baukünstlerisch Ausdruck findet. Dank seiner insgesamt nahezu original erhaltenen Substanz ist das o.g. Gebäude, das auch die ursprüngliche Situation einschließlich der Vorgarteneinfriedung bewahrt hat, als Zeugnis für das historische Erscheinungsbild der Straße unverzichtbar und unbedingt zu erhalten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0