Wohnhaus
Kitschburger Straße 7 · Lindenthal
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6206 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Kitschburger Straße 7, 50935 Köln |
| Baujahr | um 1903 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 06.09.1991 |
| Stadtteil | Lindenthal |
Erbaut um 1903, Architekt W. Kurth (inschr. bez.), 2geschossige Halbvilla mit Sockel- und Giebelgeschoß, verwinkelte Bauweise; Backsteinsockel, Putzfassade; erkerartiger überdachter Vorbau im EG mit abgerundeter Ecke, Loggia im Giebel auf Konsolen, turmartige Ausbildung der Hausecke mit Pyramidendach, überdachter Hauseingang mit Terrazzotreppe, Schopfwalmdach mit Biberschwanzeindeckung; einige Fensteröffnungen verändert, originale Haustür, z. T. originale Fenster.
Seitenfassade mit Risalit, Balkon im OG, breite Gaube; einige Fensteröffnungen verändert.
Rückfront (Z. T.) verändert): einseitiger Risalit mit Giebel (Holzverblendung), Erker mit Balkon (OG) und Treppe zum Garten, breite Gaube.
Im Innern original erhalten (um 1930 Umbau zu Mehrfamilienhaus unter Veränderung des Treppenhauses und einiger Grundrisse), Holztreppe (z. T. verändert) Bleiverglasung im Treppenhaus (später); Hohlkehlen (Wohnräume), einige Zimmertüren (z. T. mit Glaseinsätzen). Bestandteil des Denkmals ist auch der in der Gestaltung veränderte Vorgarten.
Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Lindenthal wurde 1888 dem stadtkölnischen Gebiet eingemeindet. Der Vorort, der ab 1846 für Wohnbebauung erschlossen wurde, entwickelte sich aufgrund günstiger Bodenpreise und nur vereinzelt vorhandener Industriebetriebe zu einem - neben Marienburg und später Braunsfeld - der bevorzugten Wohngebiete für wohlhabende Kölner Bürger. Vor allem in der Umgebung des 1895 - 1898 angelegten Stadtwaldes erfolgte eine Villenbebauung, die ihren Höhepunkt kurz nach der Jahrhundertwende hat. Das o. g. Objekt ist integraler Bestandteil der Kitschburger Straße, einer ursprünglich mit herrschaftlichen Villen bebauten Straße, die als Verbindungsstraße der beiden Ausfallstraßen Dürener und Aachener Straße durch den Stadtwald verläuft. Da der Vorort durch seine Lage in der Einflugschneise der Bomber im Zweiten Weltkrieg erheblich zerstört worden ist, gehört das Haus zu den wenigen erhaltenen Bauten, die den ursprünglichen Charakter und einstigen Ruf dieses Stadtteils als vornehmer Wohnort dokumentieren.
Die in Anklängen an den Jugendstil (Wiener Sezession) errichtete Halbvilla wurde von dem Architekten Wilhelm Kurth - dem Erbauer des Eckhauses Kitschburger Straße 1 - entworfen. Auch als Schaffenswerk des bekannten Architekten - charakteristisch ist vor allem die mehrfache Abstufung und Verwinkelung des Baukörpers und die Verwendung unterschiedlicher Materialien - ist das Gebäude, trotz einiger Veränderungen, unbedingt erhaltenswert.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0