Wohnhaus
Friesenwall 62 · Altstadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6240 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Friesenwall 62, 50672 Köln |
| Baujahr | 1892 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 28.10.1991 |
| Stadtteil | Altstadt/Nord |
1892 erbaut; 4 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß (neuere Gauben), 3 Achsen, Backsteinfassade mit Stuckgliederungen im Stil der Neurenaissance. Zweiflügelige Haustür mit halbrund abschließendem Oberlicht und Fenster original. Im Innern original erhalten: im Vestibül ornamentierter Fliesenboden, Differenzstufen in Basalt, in halber Höhe Profilleiste und am Sockel hohe profilierte Fußleiste, dazwischen überstrichene originale Relieftapete, profilierte Pilaster des Stützbogens (dortige Malerei neu hinzugefügt), Stuck am Stützbogen, Stuckdecke mit Mittelmotiv und Hohlkehlen; im Flur Fortsetzung des ornamentierten Fliesenbodens, im rückwärtigen Teil hinter weiteren Differenzstufen anders gemusterter Fliesenboden, geringfügig Deckenstuck (EG), Holztreppe mit Antrittspfosten und gedrechseltem Geländer; alle Wohnungseingangstüranlagen (im EG neue Tür) und Aborttüren, im Treppenhaus Tür zur Dachterrasse auf dem rückwärtigen seitlichen Anbau; in den Wohnungen vereinzelt Stuckdecken (1., 2. und 3. OG) und teilweise Zimmertüren. Keller mit hohen gewölbten Backsteindecken. Rückseite: backsteinsichtig, seitlicher Anbau mit originaler Dachterrasse (Geländer verändert), Fenster original.
Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Der Friesenwall, verlaufend vom Rudolfplatz bis zu Im Klapperhof, ist Teil der alten inneren Wallstraße, die auf der Altstadtseite parallel zu der mittelalterlichen Stadtmauer und den die Mauer nach innen hin stützenden Wallanlagen. Im Zuge der 1881 beginnenden Stadterweiterung nach der Planung des Kölner Stadtbaumeisters Josef Stübben wurde die bereits im 19. Jahrhundert aufgrund der anwachsenden Stadtbevölkerung erfolgte Neubebauung in verstärktem Maß fortgesetzt. Die Neustadtseite wurde 1883/84 mit zum größten Teil 4geschossigen Mietshäusern bebaut, teilweise aber entstanden hier auch Stallungen der großbürgerlichen Häuser des Hohenzollernringes.
Auf der Altstadtseite des Friesenwalls, die in der Umgebung der Hahnen-Torburg bereits seit dem Mittelalter einseitig bebaut war, entstanden in den folgenden Jahren der Stadterweiterung ebenfalls 4geschossige Wohnhäuser, die die älteren, meist 2geschossigen Häuser ersetzten.
Das Haus Nr. 62 dokumentiert diese Bebauungsphase. Im Vergleich zu seinen Nachbarhäusern (Nr. 56-76), deren schmale 2-3achsigen Fassaden die charakteristische Kleinteiligkeit der Parzellierung in der Altstadt repräsentieren, erhielt das o. g. Gebäude eine breiter angelegte Fassade, welche den in der Kölner Altstadt häufig auftretenden Typus des rheinischen Dreifensterhauses variiert. Durch die bis heute original erhaltene Fassade ist hier die für diesen Bautypus charakteristische strenge Achsengliederung mit seitlichem Hauseingang besonders gut ablesbar. Städtebaulich ist das Haus ein wichtiges Glied einer fast intakten Häuserreihe von Altbauten (Nr. 52, 56, 58, 62, 66, 72-76), die in ihrer architektonischen Vielgestaltigkeit das Erscheinungsbild des Friesenwalles zwischen Ehren- und Paulusstraße wesentlich prägt.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0