Büro- und Verwaltungsgebäude

Sachsenring 91 · Neustadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6266
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungBüro- und Verwaltungsgebäude
Adresse Sachsenring 91, 50677 Köln
Baujahr1956 bis 1958
Architekt / PlanungEgon Eiermann, Robert Hilgers
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 30.10.1991
Stadtteil Neustadt/Süd

Erbaut 1956-58, Architekten Egon Eiermann und Robert Hilgers; freistehender 6geschossiger Stahlbetonskelettbau auf längsrechteckigem Grundriß, Flachdach mit später aufgesetzter Satteldachkonstruktion aus Metall (ursprünglich mit zurückliegenden Dachaufbauten); 1958 Fronterhöhung durch Errichtung einer Stahlbetonbrüstung am oberen Abschluß (im Mittelteil ursprünglich mit Öffnungen), Rasterfassaden weitgehend mit schwarzer Keramikplättchenverkleidung (weiß ausgefugt); Fenster und Eingangsbereiche mit den Türen weitgehend verändert. Im Innern original erhalten: im Haupt- und Nebentreppenhaus Stahlbetontreppe mit Kunststeinbelag und schlichtem Metallgeländer, Zwischenpodeste mit Kunststeinfliesenbelag. Bestandteil des Denkmals sind auch die das Gebäude umgebenden, teilweise gärtnerisch gestalteten Freiflächen mit altem Baumbestand und einer Hecke als Einfriedung zum Nachbargebäude Nr. 89. Nicht Bestandteil des Denkmals sind der neuere 1geschossige und flach gedeckte Anbau am Sachsenring (Eingangshalle), gleichzeitig Verbindungsteil zum ebenfalls nicht zum Denkmal gehörenden Neubaukomplex auf den Nachbargrundstücken (Sachsenring 93-99, Eifelstraße 1-13, Lothringer Str. 78), sowie die dazugehörige Tiefgaragenzufahrt.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Die 50er Jahre, die erste Wiederaufbauphase nach den Zerstörungen des 2. Weltkrieges, geraten als inzwischen abgeschlossene Bauepoche immer mehr in das Interesse der Allgemeinheit. Aus dieser Zeit verfügt Köln über eine Anzahl Bauten von hoher baukünstlerischer Qualität, von den Architekten oft im Sinne eines "Gesamtkunstwerkes" durchgestaltet. Der mit einer Lindenallee und breitem Gartenparterre gestaltete Sachsenring war als Teil des südlichen Villenviertels der Kölner Neustadt ursprünglich ein reines hochherrschaftliches Wohngebiet. Erst nach 1945 entstanden hier vorrangig Büro- und Verwaltungsbauten. Das o. g. Objekt wurde 1956-58 als Verwaltungsgebäude der Volkshilfe Lebensversicherungs AG nach den Plänen der Architekten E. Eiermann und R. Hilgers realisiert. Mit ausgeführt wurden damals ein dazugehöriges, heute abgebrochenes Wohnhaus mit Garagen an der Lothringer Straße sowie eine ebenfalls abgebrochene Pergola an der Nordseite des Riegelbaus. Das o. g. Objekt, das entgegen der ursprünglichen Planung mit nur 6 Geschossen erbaut wurde, erhielt dann 1958 eine allseitige Stahlbetonbrüstung auf dem Dach, die nun sowohl die Dachaufbauten verdeckt als auch dem Gebäude die ursprünglich beabsichtigte Geschlossenheit gibt. Der horizontal gelagerte Baukörper erfährt durch die bänderartige Reihung der Fenster eine strenge Gliederung und ist von einer maßvoll monumentalen und eleganten Sachlichkeit, ganz im Sinne der rationalistischen Variante des Neuen Bauens. Das o. g. Objekt setzt als Querriegel am Beginn des Sachsenrings einen markanten städtebaulichen Akzent und wird somit, auch als wichtiger Beitrag des für die Architekturentwicklung jener Jahre bedeutenden Architekten Egon Eiermann, zum unverzichtbaren Dokument der Nachkriegsarchitektur.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0