Wohn- u. Geschäftshaus
Kempener Straße 44 · Nippes
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6348 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Kempener Straße 44, 50733 Köln |
| Baujahr | um 1905 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 16.01.1991 |
| Stadtteil | Nippes |
Um 1905 erbaut, Eckhaus zur Viersener Straße. 4 Geschosse, 6:3 Achsen, ausgebautes Dachgeschoß (verändert); zur Viersener Straße zweigeschossiger Erker, zur Kempener Straße dreigeschossiger Erker mit aufgesetztem Balkon (Geländer neueren Datums). Stuckfassade im späten Jugendstil (mit Beschädigungen), glasierte Fliesen im 3. OG (blau/gelb). EG verändert, Fenster und Türen verändert. Rückseite: zweifarbiger Backstein, EG teilweise verputzt; Fenster verändert. Im Innern original erhalten: Terrazzotreppe; Geländer und Handlauf sind neueren Datums und gehören somit wie die übrige Ausstattung nicht zum Denkmal.
Nicht zum Denkmal gehört auch: rückwärtiger zweigeschossiger Anbau mit neuerem Putz (Ladenerweiterung).
Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die 1888 zu Köln hin eingemeindete ehemalige ländliche Ansiedlung Nippes zu einem wichtigen Industriestandort. Die breite, baumbestandene Kempener Straße, an der sich das o. g. Objekt befindet, wurde anstelle der Bahnlinie Köln-Neuss-Krefeld angelegt, die den Ortsteil Sechzig von Nippes trennte und die 1897/98 aufgegeben wurde.
Das Gebäude ist integraler Bestandteil der noch teilweise erhaltenen historischen Bebauung. Es bildet den Abschluß eines qualitätvollen Ensembles (Viersener Str. 13 bis 19) und veranschaulicht mit dem gegenüberliegenden Eckhaus Nr. 46 die ursprüngliche Ecksituation. Trotz der im Laufe der Jahre vorgenommenen Veränderungen ist in der Verwendung der verschiedenen Putztechniken, der glasierten Fliesen und der für diesen Stadtteil typischen, relativ flächigen und mit floralen Elementen versehenen Stuckdekorationen noch heute die reiche Formensprache des Jugendstils deutlich faßbar, die jedem Bauobjekt ein ganz eigenes Erscheinungsbild verlieh und gerade in Eckbereichen besonders ausgeprägte Lösungen hervorbrachte.
Als Beispiel für die stadtteilspezifische, im frühen 20. Jahrhundert errichtete Architektur wird das o. g. Objekt daher zu einem unverzichtbaren Dokument.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0