Wohnhaus
Viersener Straße 15 · Nippes
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8372 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Viersener Straße 15, 50733 Köln |
| Baujahr | 1909 bis 1910 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 13.10.1998 |
| Stadtteil | Nippes |
1909/10 (Architekt Hans Merker), dreigeschossiger, giebelständiger Bau mit im Sinne des Heimatstils stuckierter Fassade, giebelständig mit dahinterliegendem Mansarddach;
Fassade: versetzte Fensterachsen; im 1. und 2. Obergeschoß linksseitig Erker über rechteckigem Grundriß, 2 Achsen; Erdgeschoß als Sockelgeschoß, links Hauseingang unter knickgiebelartiger Verdachung, 2 eingeschnittene Rechteckfenster; Obergeschosse: durchlaufendes Sohlbankgesims zwischen Erd- und erstem Obergeschoß, Erker mit horizontaler Fugung, Brüstungsfelder unter den Fenstern des 2. Obergeschosses kassettiert, Rollwerkkartuschen; 4 einfach eingeschnittene Rechteckfenster und stehendes Ochsenauge im schlichten Giebel. Fenster erneuert.
Rückseite: schlicht, Fenster z. T. noch ursprünglich, rückwärtig bauzeitlicher dreigeschossiger, schmaler Anbau, flaches Satteldach, kleine Balkone. Wintergarten (um 1930/32), Holzkonstruktion (Fenster verändert).
Inneres: unterkellert; Flur, Treppenhaus, Wohnungen mit abgewinkeltem Stichflur, je Geschoß bis in den rückwärtigen Anbau durchgehend; baufeste Ausstattung teilweise erhalten (Stuckkehlen, Türen, Fliesen, Fußböden, u. a. Marmor); Dachstuhl nach Kriegsschaden 1943 erneuert.
Das Wohnhaus Viersener Str. 15 wurde - zusammen mit dem Wohnhaus Viersener Str. 13 a - 1909/10 durch den in Nippes ansässigen, 1880 geborenen Architekten Hans Merker errichtet. Bauherr war laut den erhaltenen Bauplänen ein Remigius am Zehnhoff.
Trotz des Teilverlusts seiner baufesten Ausstattung ist das Wohnhaus Viersener Str. 15 ein insgesamt gut überliefertes Dokument des bürgerlichen Mietshausbaus in Köln-Nippes am Anfang des 20. Jahrhunderts. Die Fassade greift in ihrer schlichten, vereinfachenden Interpretation Elemente eines biedermeierlichen, vorwiegend französisch geprägten Spätbarock auf, der in den Jahren nach 1908 unter dem Begriff "um 1800" seine wissenschaftliche und baukünstlerische Wiederentdeckung erlebte. Hans Merkers Oeuvre, soweit es bislang bekannt ist, zeichnet sich durch eine ausgesprochene Vorliebe für ein derartiges, um 1910 höchst aktuelles Formenrepertoire aus: vergleichbare Bauten in Nippes, etwa das Wohnhaus Erzberger Platz 22 (um 1908) oder das Wohn- und Geschäftshaus Neusser Str. 314 (1912) sind als Baudenkmale in die Denkmalliste der Stadt Köln eingetragen.
Als Bestandteil eines noch weitgehend intakt erhalten gebliebenen Ensembles denkmalwerter Gebäude im Bereich Viersener Straße/Kempener Straße besitzt das Wohnhaus Viersener Str. 15 zudem einen hohen städtebaulichen und stadtbaugeschichtlichen Wert: Zusammen mit den Baudenkmalen bzw. denkmalwerten Gebäuden Viersener Str. 13, 13 a, 17 und 19 sowie Kempener Str. 44 und 46 zeugt es von den um 1904 ff. begonnenen Neu- und Umgestaltungsmaßnahmen in diesem Bereich und verdeutlicht städtebauliche und stadtplanerische Grundzüge des Wohnhausbaus in Nippes vor dem Ersten Weltkrieg.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0