Wohn- u. Geschäftshaus
Gutenbergstraße 17 · Ehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6379 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Gutenbergstraße 17, 50823 Köln |
| Baujahr | um 1900 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 30.01.1992 |
| Stadtteil | Ehrenfeld |
Um 1900 erbaut; Eckhaus zur Pellenzstraße. 3 Geschosse, 3:7 Achsen, abgeschrägte Ecke, ausgebautes Dachgeschoß (verändert). Putzfassade mit Stuckgliederungen in Anklängen an die Renaissance; im 1. OG Reliefs über den Fensterstürzen (Wappen von Handwerkerständen; in den Originalfarben gefaßt). Veränderungen im EG. Fenster und Haustür verändert. Rückseite verputzt; Fenster verändert, Treppenhausfenster mit Glasbausteinen; Hof mit neuerer Überdachung. Im Innern original erhalten: Holztreppe, ab dem Aufgang zum 2. OG mit gedrechselten Stäben. Alles übrige wurde verändert und ist somit nicht Bestandteil des Denkmals.
Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Der Stadtteil Ehrenfeld, dessen Anfänge im wesentlichen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts liegen, gewann bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 durch industrielle Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Die Gutenbergstraße, an der sich das o. g. Objekt befindet, gehört zu den ab den späten 80er Jahren im stadtnahen Bereich von Ehrenfeld erschlossenen Straßenzügen, die mit ihrer individuell gestalteten Bebauung das Nebeneinander der damals dort ansässigen unterschiedlichen Sozialschichten veranschaulicht. Das Gebäude ist eins der wenigen erhaltenen Zeugnisse der historischen Bebauung. Es bildet ein Ensemble mit den Häusern Nr. 19 und 21. Nicht nur in seiner Funktion als Eckhaus, sondern auch aufgrund seiner ungewöhnlichen Stuckdekorationen setzt es einen deutlichen städtebaulichen Akzent, denn über den Fenstern des ersten Obergeschosses, also der Beletage, befinden sich Reliefs, die die Wappen von Handwerkerständen zeigen. Eine solche Reihung ist für diesen Stadtbereich einmalig. Sie veranschaulicht die gehobenen Ansprüche des Bauherrn, der mit dieser Art von Gestaltung sein Haus aus dem Ensemble herausheben wollte und gibt darüber hinaus auch Aufschluß über das wachsende Selbstbewußtsein der Bewohner dieses neuen Kölner Stadtteils. Als Beleg für die sozialgeschichtliche und architektonische Entwicklung Ehrenfelds sowie als Beispiel für die um die Jahrhundertwende errichtete Stadtarchitektur und ihre spezifische Ausprägung wird das o. g. Gebäude daher zu einem unverzichtbaren Dokument.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0