Wohn- u. Geschäftshaus

Gutenbergstraße 30 · Ehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6466
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Gutenbergstraße 30, 50823 Köln
Baujahr1902
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 07.05.1992
Stadtteil Ehrenfeld

1902 erbaut; Architekt H. J. Schumm. 3 Geschosse, Sockelgeschoß, 4 Achsen, ausgebautes Dachgeschoß; Tordurchfahrt. Stuckfassade mit Dekorationselementen in Anklängen an Barock und Renaissance. 2. OG sowie Dachgeschoß nach Kriegsbeschädigung instandgesetzt, 2. OG mit Glattputz. Fenster weitgehend verändert, Tor und Haustür verändert, Oberlicht über dem Hauseingang geschlossen; Fenster im Souterraingeschoß verkleinert. Seitenfassade verputzt, ebenso die Rückfassade mit Anbaurest und Treppenhausrisalit auf trapezförmigem Grundriß, hinterer Teil des Anbaus mit neuer Eternitverkleidung. Im Innern original erhalten bzw. erhaltenswert: im Vestibül Treppenabsatz in Terrazzo mit aufwendigen Mosaikeinlegearbeiten sowie Terrazzotreppe mit Holzhandlauf links und rechts an der Wand, runder Stützbogen; im Flur Terrazzoboden mit Mosaikeinlagen; ein weiterer runder Stützbogen vor der Haupttreppe; Holztreppe, Holzgeländer mit gedrechselten Stäben (bis zum 2. OG; ab dort Stäbe neueren Datums) und Antrittspfosten; Wohnungseingangstür im 1. OG.

Nicht zum Denkmal gehört: eingeschossiger Erweiterungsbau des rückwärtigen Anbaues.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Der Stadtteil Ehrenfeld, dessen Anfänge im wesentlichen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts liegen, gewann bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 durch industrielle Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Die Gutenbergstraße, an der sich das o. g. Objekt befindet, gehört zu den ab den späten 80er Jahren im stadtnahen Bereich von Ehrenfeld erschlossenen Straßenzügen. Sie veranschaulicht mit ihrer individuell gestalteten Bebauung das Nebeneinander der damals dort ansässigen unterschiedlichen Sozialschichten. Das Gebäude ist eins der wenigen qualitätvollen Zeugnisse der historischen Bebauung. Nach Kriegsbeschädigungen, denen ein Großteil des rückwärtigen Anbaus und Teile des Vorderhauses zum Opfer fielen, wurde das Gebäude mit im oberen Bereich geglätteter Fassade und verändertem Dachausbau instandgesetzt. Die immer noch in großem Umfang erhaltenen, reichen Stuckdekorationen, in denen Stileinflüsse von Renaissance und Barock vermischt wurden, sowie die teilweise originale Ausstattung in Eingangsbereich und Treppenhaus, machen dennoch den hohen Lebensstandard der damaligen Bewohner deutlich ablesbar. Trotz der Veränderungen wird das o. g. Objekt daher zu einem unverzichtbaren Dokument für die gehobene Ehrenfelder Bebauung der Jahrhundertwende und ihre stadtteilspezifische Ausprägung.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0