Wohnhaus

Krefelder Wall 46 · Neustadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6401
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Krefelder Wall 46, 50670 Köln
Baujahrum 1905 bis 1906
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 03.02.1992
Stadtteil Neustadt/Nord

Erbaut um 1905/06, 4 Geschosse, Flachdach (Dachzone seit der Kriegszerstörung verändert, ursprünglich mit ausgebautem Dachgeschoß und Mittelgiebel), 3 Achsen, 3geschossiger Erker in der Mittelachse, Putzfassade mit Stuckgliederungen im Jugendstil, Fenster verändert, Haustür weitgehend original. Rückseite und seitlicher Anbau weitgehend in gelbem Klinker, Fenster weitgehend verändert, Tür verändert. Im Innern original erhalten: im Vestibül Terrazzoboden mit Mittelmotiv, kleine Terrazzotreppe, farbig abgesetzte Wandfliesen in der Sockelzone (den Stützbogen miteinbeziehend), Wand- und Deckenstuck; im Flur Terrazzoboden, kleine Terrazzotreppe (im rückwärtigen Bereich des Erdgeschosses), Terrazzotreppe mit schmiedeeisernem Geländer und Holzhandlauf, weitgehend Wohnungseingangstüren; in den Wohnungen einige Zimmertüren mit Laibungen, weitgehend Deckenstuck (unter den abgehängten Decken). Bestandteil des Denkmals ist auch die rückwärtige Einfriedungsmauer (teilweise verändert).

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Die von H. J. Stübben geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Den alten Wallstraßen folgend, legt sie sich, mit der Ringstraße als Kernstück, halbkreisförmig um die Altstadt. Im Zuge ihrer Anlage ab 1881 wurde der Krefelder Wall, ein Teil der äußeren Wallstraße, als eine das sog. "Dreikönigsviertel" begrenzende Wohnstraße für das gehobenere Bürgertum angelegt. Die Alleestraße wurde im wesentlichen um 1905/06 mit Mietshäusern von vergleichsweise aufwendigerer Fassadengestaltung bebaut. Das in dieser Hauptbebauungsphase errichtete Haus Nr. 46 ist integraler Bestandteil der in diesem Teil des Krefelder Walls - zwischen Weißenburg- und Neusser Straße - nahezu geschlossen aus dieser Zeit erhaltenen Häuserzeile. Wie die meisten Nachbargebäude weist das o. g. Objekt eine Putzfassade mit Stuckgliederungen auf, die im wesentlichen der Formensprache des Jugendstils entlehnt sind. Charakteristisch für diesen Straßenzug ist auch die starke Mittelbetonung der Fassade durch den 3geschossigen reich gegliederten Erker. Diese Akzentuierung der Mittelachse wurde ursprünglich noch durch einen mit Stuckdekor versehenen Giebel vervollständigt, ähnlich wie beim vermutlich vom selben Architekten stammenden fassadenähnlichen Haus Nr. 54. Trotz einiger Veränderungen infolge der Kriegseinwirkung ist das o. g. Gebäude unbedingt erhaltenswert. Im Ensemble mit den weiteren denkmalwerten Häusern bewahrt es noch heute das ursprüngliche gutbürgerliche Erscheinungsbild des Krefelder Walls zu Beginn dieses Jahrhunderts und wird somit zum unverzichtbaren Dokument.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0