Wohn- u. Geschäftshaus
Krefelder Wall 48 · Neustadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7794 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Krefelder Wall 48, 50670 Köln |
| Baujahr | um 1905 bis 1906 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 11.03.1996 |
| Stadtteil | Neustadt/Nord |
Erbaut um 1905/06, auf rechteckiger Grundfläche mit rückwärtigem Seitenflügel.
Fassade: 4 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß, Satteldach, 3 Achsen, Stuckfassade in Formen des Jugendstils (im Bereich des Erkers verändert), Mittelerker auf rechteckiger Grundfläche mit abschließendem Balkon, Ziergiebel, Erdgeschoß verändert (Fenster und Eingang des Ladenlokals, horizontal zweigeteiltes Fenster, Metalltür), Eingang in der rechten Achse, mit geradem oberen Abschluß, Haustür erneuert (Metall, Oberlicht), ehemaliger Eingang links geschlossen, unten Glasbausteine, oben Holzfenster, Fenster mit geradem oberen Abschluß, Erkeröffnugen im 1. und 2. Obergeschoß verändert (Querrechteckfenster), alle straßenseitigen Fenster erneuert (Oberlichter geschlossen, Einscheibenfenster in Holz)
Rückseite: Backstein, Traufgesims, Vorderhaus dreiachsig, Seitenflügel sechsachsig, Seitenflügelvorbau, Hoftür im Rücksprung, Fenster mit segmentbogigem oberen Abschluß, alle rückwärtigen Fenster erneuert (Oberlichte geschlossen Einscheibenfenster, Holz).
Im Inneren original erhalten: Vestibül: Terrazzoboden, Bordure, bis zu halber Höhe Jugendstilwandfliesen mit Bordure, stuckierter Bogendurchgang zum Treppenhaus, im Erdgeschoß Terrazzoboden, Terrazzotreppe, geschmiedetes Stahlgeländer, Handlauf in Holz, Podeste mit Terrazzo belegt. In den Wohnungen keine Originalsubstanz.
Die z.T. erhaltene rückwärtige Einfriedungsmauer in Backstein mit Backsteinpfeilern ist Bestandteil des Denkmals.
Die von Josef Stübben geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Die Bebauung des Erweiterungsgebietes erfolgte in mehreren Phasen und ließ zwischen Eigelstein und den preußischen Befestigungsanlagen Straßen mit Miethäusern für Bewohner mit unteren und mittleren Wohansprüchen entstehen.
Der Krefelder Wall liegt in direktem Anschluß an das Dreikönigsviertel, er bildet am zentralen Rechteckplatz (Otto-Müller-Platz) gelegen eine Querverbindung zur Neusser Straße und zum Neusser Platz mit der Agneskirche. Der baumbestandene Wall wird geprägt durch viergeschossige und dreiachsige Mietwohngebäude, die ehemals mittlere Wohnansprüche befriedigten. Die Straße wurde im wesentlichen im letzten Jahrzehnt des 19. und in den ersten Jahren des 20. Jahrhunders mit bescheidenen Großmiethäusern für eine sozial differenzierte Bewohnerschaft bebaut. Charakteristisch sind hier reich gestaltete Hausfassaden mit Mittelbetonung und Ziergiebeln und im rückwärtigen Bereich Anbauten, Seitenflügel mit Seitenbauwohnungen sowie eine enge Hofsituation. Das Gebäude Krefelder Wall 48 ist integraler Bestandteil der z.T. geschlossen erhalten gebliebenen Bebauung, die das Erscheinungsbild des Walls und den Charakter des Viertels dokumentiert und bewahrt, während an der gegenüberliegenden Seite des Walls viergeschossige Siedlungsbauten der Zwischenkriegszeit anstehen (Nrn. 29-41). Dem gehobenen mittelständischen Charakter des Wohnumfelds entspricht das Gebäude mit seiner teilweise erhaltenen Jugendstilfassade (Schmuckformen: Erdgeschoß Horizontalfugenschnitt, Mittelbetonung, im 1. Obergeschoß flache Fensterbekrönungen, Ziergiebel mit Bogenabschluß). Das Gebäude Krefelder Wall 48 veranschaulicht mit weiteren Nachbargebäuden (Nrn. 38-56) das ursprüngliche Erscheinungsbild, während andere Gebäude des Walls als Nachkriegsneubauten und mit purifizierten Fassaden erscheinen. Aufgrund der Erhaltung wesentlicher Teile der Originalsubstanz, der straßenseitigen und rückwärtigen Fassade und des Treppenhauses, ist das Gebäude für das Erscheinungsbild der Neustadt und als Dokument sowohl des Sozialstatus als auch der Repräsentationsbestrebungen seiner Bewohner von Bedeutung. Die bauliche und gestalterische Einheit mit benachbarten Häusern setzt sich aus aufeinander bezogene Fassaden zusammen und bildet neben anderen gleich proportionierten und variantenreich dekorierten Gebäuden ein Ensemble historistischer Architektur. Es ist Teil der um die Jahrhundertwende entstandenen umfangreichen Mietwohnbebauung, deren Dekorationsprogramm die Entwicklung von den historisierenden Epochenstilen zu zeitgemäß modernen Formen in Gestalt des Jugendstils, zeigt.
Das Objekt ist für das Erscheinungsbild des Walls und als Zeugnis für die reiche Neustädter Architektur zur Zeit der Jahrhundertwende ein unverzichtbares Beispiel.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0