Wohnhaus

Siemensstraße 43 · Ehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6413
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Siemensstraße 43, 50825 Köln
Baujahr1908
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 06.03.1992
Stadtteil Ehrenfeld

1908 erbaut; Architekt Rudolf Brovot. 2 Geschosse, 2 Achsen, ausgebautes Dachgeschoß mit Giebelhaus in der rechten Achse; dort auch zweigeschossiger Standerker auf trapezförmigem Grundriß. Neoklassizistische Putzfassade mit Stuckgliederungen vorwiegend im Jugendstil. Fenster weitgehend original, Haustür original (mit Bleiverglasung), ebenso das Oberlicht (mit Bleiverglasung). Rückseite: zweifarbige Backsteinfassade, im Erdgeschoß Wintergarten mit aufgesetztem Balkon (orig. Balkongeländer); Fenster und Türen weitgehend original. Im Innern original erhalten: im Eingangsbereich weißer Marmorboden und ebensolche, zur Diele führende Differenzstufen, Sockel in schwarzem Marmor, hölzerne Profilleiste links und rechts jeweils auf halber Wandhöhe; zur Diele, zur Garderobe und zur Toilette führende Holztüren mit Bleiverglasung und bleiverglasten Oberlichtern; Fliesenboden in Diele und Garderobe; Holztreppe, Holzgeländer mit gedrechselten Stäben und Antrittspfosten; Zimmertüren (1. und 2. Obergeschoß), weitgehend der Deckenstuck im Erdgeschoß und 1. Obergeschoß, in der Küche im Erdgeschoß Wand- und Bodenfliesen, Parkettboden im Erdgeschoß (straßenwärts). Garten, Vorgarten mit originalem Einfriedungsgitter.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

In dem ab der Jahrhundertwende als eine Art Stadterweiterung zu Ehrenfeld von der Subbelrather Straße aus angelegten Neuehrenfeld stellt die Siemensstraße die Verbindung zwischen Subbelrather- und Nußbaumerstraße her. Das o. g. Objekt ist wichtiger integraler Bestandteil des stadtauswärtigen Abschnitts zwischen Eichendorff- und Nußbaumerstraße, der ein nur wenig verändertes Erscheinungsbild präsentiert, bestehend aus individuell gestalteten 2- bis 3geschossigen Reihenhäusern mit Vorgärten. Hervorzuheben ist hier insbesondere die nach Entwürfen des Architekten Rudolf Brovot errichtete Häusergruppe, bestehend aus vier, jeweils paarweise aufeinander bezogenen Gebäuden (Nr. 43 bis Nr. 49), zu der das Objekt gehört. Brovot war bevorzugter Baumeister des Stadtverordneten, Maklers und Bankiers Franz Zilkens, auf dessen Initiative dieser Bezirk Neuehrenfelds erschlossen und an besser situierte Bürger veräußert wurde. Das Gebäude veranschaulicht die insbesondere für die Brovotschen Bauten der Jahre um 1908 bis 1914, die vielfach gruppen- oder paarweise aufeinander bezogen erscheinen, typischen Merkmale (vgl. auch Försterstr. 44-50, Nußbaumerstraße 36-46): die Zwei-Achsen-Gliederung, der charakteristische Dachausbau; sparsame, zuweilen Elemente des sog. Heimatstils, vereinzelt solche des Jugendstils aufnehmende Dekorationen, die die damals aufkommende Vorliebe für schlichtere und strengere Formen verdeutlichen. Bemerkenswert ist bei dem Haus Nr. 43 auch die nahezu unveränderte Innenausstattung, die Aufschluß geben kann über die Ausstattungsformen der gehobenen Wohnarchitektur im frühen 20. Jahrhundert. Das Gebäude wird somit als Beispiel sowohl für das Werk eines bestimmten Architekten, als auch für die Neuehrenfelder Bebauung und ihre stadtteilspezifische Ausprägung zu einem unverzichtbaren Dokument.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0