Wohnhaus
Siemensstraße 37 · Neuehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1573 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Siemensstraße 37, 50825 Köln |
| Baujahr | 1908 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 03.08.1983 |
| Stadtteil | Neuehrenfeld |
Das 1908 errichtete Wohnhaus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Ehrenfeld. Es ist dem südlich der Nußbaumer Straße angrenzenden, reinen Wohngebiet Neuehrenfelds zuzurechnen, in dem überwiegend in den letzten beiden Jahrzehnten vor dem ersten Weltkrieg, abseits der großen Produktionsbetriebe, Häuser für mittlere bis gehobene Ansprüche erbaut wurden. In der Siemensstraße entstanden zwischen 1907 und 1914 überwiegend Einfamilienhäuser mit teils aufwendiger, äußerer wie innerer Gestaltung. Dafür ist das vorliegende Objekt ein anschauliches Beispiel. Es dokumentiert zudem anschaulich die fortschreitende Erschließung des Vororts noch nach der Jahrhundertwende und den durch die Industrialisierung bedingten, starken Bevölkerungszuwachs.
Das zweigeschossige Gebäude mit Giebelgeschoß und zwei Achsen weist eine schlichte, glatte Fassadengrundfläche in Putz auf. Als Zierelemente sind eine feine Werksteinrustika sowie vegetabile, ornamentale und figurative Motive eingesetzt. Insgesamt ist die linke, mit einem dreieckigen Ziergiebel bekrönte Achse hervorgehoben. Die linke Häuserkante sowie die rechte Kante des Giebelgeschosses sind mit einem horizontalen Fugenschnitt versehen, wobei unmittelbar unterhalb des Giebels eine Jugendstil-Ornamentik an die - klassischen Traditionen nach - einem Kapitell vorbehaltene Position getreten ist. Das Motiv des Dreieckgiebels wird als Bekrönung des Fensters im ersten Obergeschoß wieder aufgenommen. Das demgegenüber schlicht gehaltene Drillingsfenster des Giebelgeschosses ist mit zwei grotesken Masken geschmückt. Bei dem dreiseitig gebrochenen Erker, dem Portal sowie dem darüber liegenden Treppenhausfenster dominiert als Dekor eine Werksteinrustika.
Neben der Fassade hat das Gebäude auch in seinem Inneren die originale und ebenso künstlerisch aufwendige wie handwerklich gediegene Substanz bewahrt. Neben der originalen Hauseingangstüre mit Schnitzwerk sind insbesondere das Tonnengewölbe im Eingangsflur mit Stuckdekor, die teils reliefierten Wandfliesen im Eingangsflur, die fein profilierte und geschnitzte Türe zwischen Eingangs- und Hauptflur, die sechs Marmorstufen zum Hochparterre und zudem die polychrome Bleiverglasung der Treppenhausfenster hervorzuheben.
Das Gebäude ist Teil der nahezu lückenlos erhaltenen Erstbebauung der Siemensstraße und somit von besonderem städtebaulichen Wert. Es bildet darüber hinaus in der Aufrißkonzeption mit den Gebäuden Siemensstraße 33,39,43,45,49,47,42,44,50,60 ein architektonisch einzigartiges Ensemble, dessen Erhalt durch Unterschutzstellung unverzichtbar ist.
Die Unterschutzstellung bezieht auch den Vorgarten mit seinem originalen Schmiedeeisenzaun ein, der typisch für die Gestaltung des Straßenzugs ist.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0