Wohnhaus
Händelstraße 10 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_3353 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Händelstraße 10, 50674 Köln |
| Baujahr | um 1895 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 29.11.1985 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
Das Haus ist ein orts- und baugeschichtliches sowie städtebauliches Zeugnis der Kölner Neustadt. Ortsgeschichtlich dokumentiert es die ursprüngliche Bebauung der zur Neustadt gehörenden Händelstraße um 1895. Industrialisierung und Zunahme der Bevölkerungsdichte bedingten die Ausdehnung von Köln über die mittelalterlichen Befestigungsanlagen. Die nach Plänen des Stadtbaumeisters Hermann-Joseph Stübben 1881 begonnene Erweiterung gilt als die bedeutendste Stadtgründung des 19. Jh. im Rheinland. Die historischen Bauten der Händelstraße vergegenwärtigen exemplarisch diesen für Köln überaus wichtigen Entwicklungsabschnitt.
Der Bau weist sich als 4geschossiges, 3achsiges, mit Giebelgeschoß und Souterrain versehenes Geschäftswohnhaus aus, dem sich hofwärts ein Seitenhaus anfügt. Baugeschichtlich gehört es in die Reihe des für Köln charakteristischen Dreifensterhauses auf L-förmigem Grundriß. Als konstruktiver Teil des Baukörpers verdeutlichen die Fassaden Proportion, Geschoßgliederung und -höhe sowie Dachaufbau des Hauses. Bemerkenswert ist die am Formengut der Renaissance orientierte Gestaltung der Straßenfassade, einer Backstein-/Putzfassade mit detailreicher Stuckgliederung. Strenge Fensteraxialität, Vertikalgliederung durch Gesimse, asymmetrische Ordnung bestimmen den Aufbau. Die zur Ordnungsachse bestimmte rechte Achse wird betont von einem pilasterflankierten Risalit mit Erker, der mit einem Balkon abschließt, und einem Rundgiebel. Der Baudekor gruppiert sich vorwiegend um die Fenster bzw. Wandöffnungen. Säulen-, Pilaster- oder Profilrahmung, Verdachung mit Dreieckgiebel (mit Füllmotiv bzw. Köpfen) über glattem bzw. Metopenfries, Frucht- und Blütengehänge in Brüstungsfeldern und um die Balkontür; ornamentierte Giebelfläche; portalähnliche Rahmung des Hauseingangs durch Pilaster und Profilgesims über Rundfenster. Kräftige Rustizierung bis ins 2. OG, Backstein und Putz/3. und 4. OG strukturieren die Hauswand. Den Balkon schließt ein schmiedeeisernes Gitter ab.
Städtebaulich ist das Haus ein wesentlicher Bestandteil einer weitgehend erhaltenen Reihe historischer Häuser (Nr. 6 bis 10, 16, 20 bis 28). Diese Häusergruppe bildet mit den gegenüberliegenden Altbauten Nr. 35, 39 und 41 ein Ensemble, das das Erscheinungsbild des zwischen Jülicher und RichardWagner-Straße gelegenen Teils der Händelstraße maßgeblich bestimmt.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0