Wohnhaus

Händelstraße 6 · Neustadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6853
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Händelstraße 6, 50674 Köln
Baujahrum 1895
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 08.06.1993
Stadtteil Neustadt/Süd

Erbaut um 1895, 4 Geschosse und ausgebautes Dachgeschoß, 3 Achsen; Stuckfassade mit Gliederungen im Stil der Renaissance (Fugenschnitt in allen Geschossen; ab 1. OG axialsymmetrischer Aufbau mit betonter Mittelachse, 2geschossiger Mittelerker mit Balkon im 3. OG (Brüstung heute glatt verputzt); mittiger Ziergiebel, flankiert von je einem Dachhäuschen; Eingangssituation verändert (1949 Einbau eines Zwischengeschosses im Hausflur, Schließung des Torbogens; neue Haustür); Fenster verändert. Rückfront mit Seitenhaus: backsteinsichtig; Fenster- und Türöffnungen z. T. verändert. Im Innern original erhalten: im Vestibül inkrustierter Terrazzoboden und Wandfliesen, Marmorstufen zum Treppenhaus; im Treppenhaus Fliesenboden, Holztreppe mit gedrechselten Stäben; größtenteils Wohnungs- und Zimmertüren (mit Beschlägen und Gewände); Stuckreste und einzelne Parkettböden in den Wohnungen.

Die von H. J. Stübben geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Den alten Wallstraßen folgend, legt sie sich - mit der Ringstraße als Kernstück - halbkreisförmig um die Altstadt. Im Zuge ihrer Anlage ab 1881 entstand westlich der Ringstraße zwischen Gladbacher und Zülpicher Straße das sog. "Westend", ein gutbürgerliches Wohnviertel mit vornehmen Mietshäusern von meist reicher Fassadengestaltung. Von der im wesentlichen um 1895 errichteten Erstbebauung der Händelstraße hat sich ein großer Teil erhalten, so auch das in dieser Zeit entstandene Haus Nr. 6. Mit den Nachbarhäusern Nr. 8 und 10 bildet es ein geschlossenes Ensemble von stilgleichen - alle Fassaden nehmen stilistisch auf die Renaissance bezug - in Einzelformen jedoch verschiedenartig gestalteten Bauten. Somit trägt es, auch in Verbindung mit den weiteren erhaltenen Häusern auf beiden Straßenseiten, zur Veranschaulichung des historischen Straßenbildes bei und dokumentiert die Gestaltungsvielfalt der Gründerzeitarchitektur in diesem Viertel. Auch aus sozialgeschichtlicher Sicht - das aufwendig gestaltete Wohnhaus gibt auch heute noch Aufschluß über die gehobenen Ansprüche seiner einstigen Bewohner - ist das o. g. Objekt unbedingt erhaltenswert.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0