Wohnhaus

Probsteigasse 7 · Altstadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6444
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Probsteigasse 7, 50670 Köln
Baujahrum 1870
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 02.04.1992
Stadtteil Altstadt/Nord

Erbaut um 1870; 3 Geschosse, Dach verändert (Notdach), 3 Achsen, Putzfassade mit Fugenschnitt und Gliederungen in Anklängen an die Renaissance, EG (Sockel) teilweise verändert, 2. OG mit der Dachzone weitgehend verändert; Fenster und Haustür verändert. Rückseite und kurzer seitlicher Anbau teilweise verändert (u. a. im Bereich der Dachzonen), Fassaden hier weitgehend geschlämmt, Fenster und Tür größtenteils verändert. Im Innern original erhalten: im Vestibül einige Türlaibungen, Reste von Deckenstuck, Stuck am Stützbogen (Stützbogen im unteren Bereich mit profilierter Holzrahmung); im Flur teilweise Holztreppe mit gedrechseltem Holzgeländer; Gewölbekeller in Backsteinmauerwerk. Nicht Bestandteil des Denkmals ist das Vordach im Hinterhof.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Infolge des starken Bevölkerungswachstums seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts sind in der Kölner Altstadt neue Straßenzüge angelegt worden, um so die noch freien Grundstücke innerhalb des Festungsgürtels zu erschließen. Hierzu gehört auch die als Querstraße vom Gelände der ehem. Stiftskirche St. Gereon zur damaligen mittelalterlichen Umwallung führende Probsteigasse, die ab 1836 - also verhältnismäßig früh - bebaut wurde. Von dieser historischen Bebauung haben sich leider nur wenige, zumeist im südlichen Abschnitt der Probsteigasse befindliche Beispiele erhalten, so auch das um 1870 errichtete Haus Nr. 7. Im Gegensatz zu den etwa zeitgleich entstandenen Nachbarhäusern (Nr. 2, 4 und 6) ist dabei die Fassade des o. g. Gebäudes etwas aufwendiger gestaltet worden. Stockwerks- und Sohlbankgesimse betonen das Gebäude zusammen mit dem Fugenschnitt stark in der Horizontale. Durch die geraden Fensterverdachungen und die Balustraden im Bereich der Brüstungsfelder ist darüberhinaus das 1. Obergeschoß besonders hervorgehoben worden. Hier befand sich einst die sogenannte Beletage, das Hauptgeschoß des Hauses mit den Repräsentationsräumen. Das o. g. Objekt, eine Variante des für Köln typischen Dreifensterhauses, ist somit trotz einiger Veränderungen unbedingt erhaltenswert. Es bewahrt die ursprüngliche Maßstäblichkeit der Bebauung und dokumentiert im Ensemble mit den weiteren denkmalwerten Häusern das einstige Erscheinungsbild der Probsteigasse.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0