Wohn- u. Geschäftshaus
Aachener Straße 70 · Neustadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6524 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Aachener Straße 70, 50674 Köln |
| Baujahr | 1889, 1945 bis 1950 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 19.06.1992 |
| Stadtteil | Neustadt/Nord |
Erbaut 1889 (inschr. dat.), 1949-50 Wiederaufbau des Vorderhauses nach teilweiser Kriegszerstörung; 5 Geschosse, Dachgeschoß (verändert wiederaufgebaut), 4 Achsen, 2geschossiger flacher Erker in der rechten Achse, im unteren Teil mit davor aufgebrachtem Balkon auf gerundetem Grundriß (originales schmiedeeisernes Brüstungsgitter), Stuck- und Klinkerfassade überwiegend im Stil der Neurenaissance, EG verändert (ehemals mit einer 1930 geschlossenen Tordurchfahrt), Fenster und Türen größtenteils verändert. Rückseite und seitlicher Anbau backsteinsichtig (Fassade teilweise verändert), neuerer Balkon im 1. und 5. Obergeschoß des Vorderhauses, hier auch mit Glasüberdachung; Fenster teilweise original, Türen weitgehend verändert, originales schmiedeeisernes Geländer vor der Kellertreppe. Im Innern original erhalten: im Flur Steintreppe mit schmiedeeisernem Geländer, Holzhandlauf und Antrittspfosten. Nicht Bestandteil des Denkmals ist der 1geschossige Backsteinbau im Hinterhof mit dem neueren Vordach aus Kunststoff.
Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Die von H.J. Stübben geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Den alten Wallstraßen folgend legt sie sich, mit der Ringstraße als Kernstück, halbkreisförmig um die Altstadt. Im Zuge ihrer Anlage ab 1881 entstand westlich der Ringstraße zwischen Gladbacher- und Zülpicher Straße das sogenannte "Westend", ein gutbürgerliches Wohnviertel mit vornehmen Mietshäusern von meist reicher Fassadengestaltung. Die Aachener Straße, vor der Stadterweiterung alte Ausfallstraße nach Westen, wurde als lindenbestandene Alleestraße angelegt und ab 1885 bebaut. Das Haus Nr. 70 ist auf dieser Straßenseite der Aachener Straße, im Abschnitt zwischen Brüsseler- und Moltkestraße, das einzige weitgehend im ursprünglichen Charakter erhaltene Zeugnis der Erstbebauung. Seine abwechslungsreich gestaltete Stuck- und Klinkerfassade weist Gliederungen überwiegend im Stil der Neurenaissance auf. Dabei erfährt besonders die rechte Achse durch den 2geschossigen Erker eine besondere Betonung. Er erhebt sich über den ehemals ganz rustizierten Sockelgeschossen und verfügt in seinem unteren Abschnitt über einen kleinen Balkon auf gerundetem Grundriß, dessen kunstvoll gearbeitetes schmiedeeisernes Brüstungsgitter einen weiteren dekorativen Akzent setzt. Ursprünglich befand sich in dieser Achse auch eine - heute geschlossene - Tordurchfahrt. Trotz einiger Veränderungen ist das o.g. Objekt, vor allem auch im Ensemble mit den gegenüberliegenden denkmalwerten Gebäuden, die hier eine fast geschlossene gründerzeitliche Häuserzeile bilden, unbedingt erhaltenswert.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0