Wohn- u. Geschäftshaus
Lütticher Straße 67 · Neustadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6600 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Lütticher Straße 67, 50674 Köln |
| Baujahr | um 1891 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 19.08.1992 |
| Stadtteil | Neustadt/Nord |
Erbaut um 1891, 4 Geschosse, Souterrain, ausgebautes Dachgeschoß mit Gauben, 3 Achsen, Risalit mit aufgesetztem Balkon (orig. Brüstung) und Tordurchfahrt in der linken Achse, Putzfassade mit Fugenschnitt und Stuckgliederungen im Stil der Neurenaissance; Fenster, Haustür sowie Tor durch Durchfahrt verändert, 2 originale Fenstergitter im Souterrain. Rückseite und seitlicher Anbau backsteinsichtig, Fenster und Türen weitgehend verändert. Im Innern original erhalten: im Vestibül teilweise Marmorboden, Marmortreppe, zum Teil Marmorverkleidung der Wand in der Sockelzone; im Flur Holztreppe mit gedrechseltem Holzgeländer, Antritts- und Zwischenpfosten, eine Holztür; in den Wohnungen teilweise Parkettboden.
Die von H. J. Stübben geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Den alten Wallstraßen folgend legt sie sich, mit der Ringstraße als Kernstück halbkreisförmig um die Altstadt. Im Zuge ihrer Anlage ab 1881 entstand westlich der Ringstraße zwischen Gladbacher- und Zülpicher Straße das sogenannte "Westend", ein gutbürgerliches Wohn- viertel mit vornehmen Mietshäusern von meist reicher Fas- sadengestaltung. Die von der Flandrischen Straße zur Moltke- straße führende Lütticher Straße wurde im wesentlichen um 1895/97 bebaut. Das kurz zuvor, etwa um 1891 errichtete Haus Nr. 67 gehört zu den wenigen, in diesem Abschnitt der Straße erhaltenen Zeugnissen der Erstbebauung. Es hebt sich durch seine aufwendige Fassadengestaltung im Stil der Neurenaissance besonders hervor. Einen markanten vertikalen Akzent setzt dabei der fast fassadenhohe Risalit mit aufgesetztem Balkon in der linken Achse. Reicher gestaltet wurden die Fenster im 1. Obergeschoß, die, von Pilastern gerahmt, eine Verdachung mit Dreiecksgiebeln erhalten haben. Hier befand sich einst das Hauptgeschoß des Hauses, die sogenannte Beletage mit den Repräsentationsräumen. Das og. Gebäude, das einst auch einen Vorgarten besaß, gibt noch heute Aufschluß über die gehobenen Ansprüche seiner einstigen Bewohner. Es wird somit, auch im Hinblick auf das bestehende Ensemble, zum unverzichtbaren Dokument, das den ursprünglichen Charakter der Straße und des Viertels bewahrt.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0