Wohn- u. Geschäftshaus
Kasparstraße 19 · Neustadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6551 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Kasparstraße 19, 50670 Köln |
| Baujahr | um 1905 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 23.06.1992 |
| Stadtteil | Neustadt/Nord |
Erbaut um 1905, Eckhaus zur Balthasarstraße; 4 Geschosse, 2:4 Achsen, abgeschrägte Ecke, ausgebautes Dachgeschoß mit originalen Gauben und 2 geschweiften Ziergiebeln (mit orig. bildhauerischem Schmuck bzw. orig. schmiedeeiserner Wetterfahne als oberen Abschluß), 3geschossiger Erker mit aufgesetztem Balkon in der 3. Achse an der Balthasarstraße, balkonartige Austritte an der abgeschrägten Ecke (im 1. und 2. OG mit orig. Brüstungsgitter); Putzfassaden mit Stuckgliederungen im Jugendstil (z. T. verändert), EG verändert, Fenster weitgehend verändert, neueres Tor an der Balthasarstraße, Haustür teilweise original. Rückseite in gelbem Klinker, Fenster verändert, eine Tür original. Im Innern original erhalten: im Vestibül Terrazzoboden und -treppe; im Flur Terrazzoboden, Terrazzotreppe mit schmiedeeisernem Geländer und Holzhandlauf, in den Wohnungen zum Teil Dielenböden, Fußleisten, einige Zimmertüren, teilweise Deckenstuck.
Die von H.J. Stübben geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Den alten Wallstraßen folgend, legt sie sich, mit der Ringstraße als Kernstück, halbkreisförmig um die Altstadt. Im Zuge ihrer Anlage ab 1881 entstand im nördlichen Teil der Neustadt, zwischen Neusser- und Krefelder Straße, das sogenannte "Dreikönigsviertel" als reines Arbeiterviertel mit Häusern von eher schlichter Fassadengestaltung. Die vom Sudermanplatz zum Krefelder Wall verlaufende Kasparstraße wurde zum Teil erst zu Beginn dieses Jahrhunderts, um 1900-05, bebaut. In dieser Zeit wurde auch das Haus Nr. 19 als Eckgebäude zur Balthasarstraße gegenüber der alten Feuerwache errichtet. Das Gebäude, das zu den wenigen Zeugnissen der Erstbebauung an der Kasparstraße gehört, weist eine besonders schön gestaltete Putzfassade mit Stuckgliederungen überwiegend im Jugendstil auf. Dabei wird die Ecksituation durch die Abschrägung mit den balkonartigen Austritten und dem geschweiften Giebel als Abschluß besonders betont. An der Balthasarstraße setzen ein 3geschossiger Erker und wiederum ein - von bildhauerischem Schmuck bekrönter - geschweifter Ziergiebel einen markanten vertikalen Akzent. Das og. Gebäude, das hier als eines der wenigen über eine vor allem vom Jugendstil geprägte Fassadengestaltung verfügt, ist somit unbedingt erhaltenswert. Auch im Hinblick auf das bestehende Ensemble direkt an der alten Feuerwache, wird das og. Objekt zum unverzichtbaren Dokument, das den ursprünglichen Charakter der Straße und des Viertels bewahrt.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0