Büro- und Geschäftshaus

Glockengasse 2 · Altstadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6619
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungBüro- und Geschäftshaus
Adresse Glockengasse 2, 50667 Köln
Baujahr1961 bis 1962
Architekt / PlanungWilhelm Koep
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 11.09.1992
Stadtteil Altstadt/Nord

Erbaut 1961/62, Architekt Wilhelm Koep, "Haus Schwabenland"; Eckgebäude zu Tunisstraße und Schwertnergasse; 5geschossiger Stahlbetonskelettbau auf rechteckigem Grundriß mit rückwärtig anschließendem 1geschossigen Anbau, Flachdächer; Betonung der Ecke Tunisstraße/Glockengasse durch hier zurückgesetztes Erdgeschoß und Eckstütze; Kragdach über EG; Fassade allseitig - mit Ausnahme der verputzten Rückfront des Anbaus - mit Natursteinverblendung; EG teilweise verändert (ursprünglich auch mit Passage); Fenster (auch an der Rückseite) größtenteils original, Haupteingangstür original, sonst Türen weitgehend verändert. Im Innern ist von denkmalpflegerischer Relevanz: im Entrée teilweise Wandverkleidung mit Naturstein, eine Zwischentüranlage, seitliche Tür; im Treppenhaus Terrazzofliesenboden, Terrazzotreppe mit Mipolamhandlauf (an der Wand), Metallgeländer mit Mipolamhandlauf (jeweils vor dem Treppenhausfenster aus Glasbausteinen), Verblendung des Aufzugschachts mit farbigem Kleinmosaik, einige Fahrstuhltüren, größtenteils Abschlußtüren.

Das og. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Die 50er Jahre, die erste Wiederaufbauphase nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges, geraten als inzwischen abgeschlossene Bauepoche immer mehr in das Interesse der Allgemeinheit. Aus dieser Zeit verfügt Köln über eine Anzahl Bauten von hoher baukünstlerischer Qualität, von den Architekten oft im Sinne eines "Gesamtkunstwerkes" durchgestaltet. Das o. g. Objekt wurde 1961/62 nach Plänen des Architekten Wilhelm Koep auf dem Eckgrundstuck zwischen Nord-Süd-Straße (heute Tunisstraße), Glocken- und Schwertnergasse errichtet. Die hier dem o. g. Büro- und Geschäftshaus gegenüberliegende Seite der Glockengasse ist nach dem Krieg nicht bebaut worden, sondern bildet den Offenbachplatz, einen wichtigen, damals im Zuge der städtebaulichen Neuplanung entstandenen Innenstadtplatz. Als Teil eines damals zwischen Dom und Neumarkt projektierten Kulturviertels wurde er Standort des 1954-62 erbauten Opern- und Schauspielhauses. Das o. g. Gebäude schließt als Riegelbau den Offenbachplatz nach Norden hin ab und gibt ihm hier seine Kontur. Gleichzeitig setzt der o. g. Bau im Kreuzungsbereich der Glockengasse mit der Nord-Süd-Straße, einer der bedeutendsten Verkehrsachsen aus der Nachkriegszeit, einen markanten Eckakzent. In seiner architektonischen Gestaltung ist das o. g. Objekt, ähnlich wie die zeitgleich errichtete, den Platz im Osten begrenzende Blockrandbebauung von Wilhelm Riphahn, in erster Linie horizontal betont worden. Der ganz mit Naturstein verblendete Baukörper wird dabei vor allem durch die wie Brüstungsbänder wirkenden dunkleren Natursteinstreifen gegliedert. Eine Auflockerung erfährt die streng sachliche Gestaltung auch durch die unterteilten, jeweils bis auf den Boden reichenden Fenster. Das Erdgeschoß wurde im Ladenbereich ganz in Stützen aufgelöst und weitgehend verglast, was den Oberbau leicht und schwebend erscheinen läßt. Das o. g. Objekt ist somit als besonders qualitätvoller Bau der Nachkriegsarchitektur und des für Köln bedeutenden Architekten Wilhelm Koep unbedingt erhaltenswert. Auch als integraler Bestandteil des geschlossenen Ensembles der Opernhaus-Umgebung ist obiges Gebäude ein unverzichtbares Dokument für die Neugestaltung der Kölner Altstadt nach dem Zweiten Weltkrieg.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0